Wir können die äußere Welt, die innerhalb unseres Gehirns entsteht, tatsächlich niemals erreichen
Alles, was wir erfahren, sehen und fühlen, entsteht in unserem Gehirn. Jemand, der auf einem Stuhl sitzt und aus dem Fenster schaut, fühlt die Härte des Stuhls, die Glätte des Stoffs in seinem Gehirn. Der Geruch des Kaffees, der aus der Küche kommt, entsteht im Gedächtnis, nicht in der Küche. Die Aussicht auf den See, die Vögel und die Bäume sind Bilder, die in unserem Gehirn entstehen. Der Freund, der ihm Kaffee serviert, und der Geschmack des Kaffees existieren im Gehirn. Kurz, jemand, der in seinem Wohnzimmer sitzt und aus dem Fenster schaut, sieht in Wirklichkeit sein Wohnzimmer und die Aussicht aus dem Fenster in seinem Gehirn. Der Mensch definiert demnach alle Wahrnehmungen, die er in seinem Gehirn sieht und die in einer Weise zusammengebracht werden, dass sie für ihn eine Bedeutung ergeben, als “sein Leben” und er kann nie aus seinem Gehirn hinausgehen.
Alles, was wir erfahren, sehen und fühlen, entsteht in unserem Gehirn. Jemand, der auf einem Stuhl sitzt und aus dem Fenster schaut, fühlt die Härte des Stuhls, die Glätte des Stoffs in seinem Gehirn. Der Geruch des Kaffees, der aus der Küche kommt, entsteht im Gedächtnis, nicht in der Küche. Die Aussicht auf den See, die Vögel und die Bäume sind Bilder, die in unserem Gehirn entstehen. Der Freund, der ihm Kaffee serviert, und der Geschmack des Kaffees existieren im Gehirn. Kurz, jemand, der in seinem Wohnzimmer sitzt und aus dem Fenster schaut, sieht in Wirklichkeit sein Wohnzimmer und die Aussicht aus dem Fenster in seinem Gehirn. Der Mensch definiert demnach alle Wahrnehmungen, die er in seinem Gehirn sieht und die in einer Weise zusammengebracht werden, dass sie für ihn eine Bedeutung ergeben, als “sein Leben” und er kann nie aus seinem Gehirn hinausgehen.
Wir können niemals wissen, wie die wahre Natur der materiellen Welt außerhalb von uns beschaffen ist. Wir können nicht wissen, ob beispielsweise das Grün eines Blattes außerhalb unseres Gehirns genauso existiert, wie wir es sehen, oder nicht, oder ob der Geschmack des Zuckers, den wir essen, in der Tat süß ist oder ob unser Gehirn ihn nur so wahrnimmt. Es ist für uns unmöglich, dies zu erfahren.Die Wissenschaftsautorin Rita Carter erklärt folgendermaßen, warum wir die tatsächliche Welt nicht sehen können:Wenn wir ein Gesicht oder eine Landschaft sehen, sehen wir eigentlich nicht ihre Originale. Was wir sehen, ist nur eine Interpretation ihres Originals oder eine Version, die völlig neu hergestellt wurde… Egal wie gut diese exemplarischen Bilder auch sein mögen, so sind sie doch ganz fehlerhaft und anders als ihre Originale.12Jemand, der darüber gründlich nachdenkt, wird diese Wahrheit sehen. George Berkeley drückt diese Wahrheit in seiner Arbeit “Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis” so aus:Durch das Sehen habe ich eine Vorstellung über das Licht und die Farben mit ihren Abstufungen und Variationen. Durch die Berührung nehme ich die Härte und Weichheit, die Wärme und Kälte, die Bewegung und den Widerstand wahr… Das Riechen lehrt mich die Gerüche, das Schmecken lehrt die Geschmäcke und das Hören lehrt die Töne…. Da einige dieser Sinne gemeinsam betrachtet werden, wurde ihnen ein gemeinsamer Name gegeben und sie werden für eine Einheit gehalten. Auf diese Weise, wenn eine Farbe, ein Geschmack, eine Gestalt und eine Festigkeit in einer bestimmten Anordnung betrachtet werden, werden sie als etwas angesehen, das beispielsweise mit dem Wort Apfel definiert wird; die Sammlungen anderer Eindrücke bilden einen Stein, einen Baum, ein Buch und ähnliche Dinge… 13
Ein Mensch, der die Landschaft betrachtet, nimmt an, dass er die Landschaft vor seinen Augen sieht. Die Landschaft jedoch, die er sieht, wird im Sehzentrum seines Gehirns gebildet. Da das Gehirn, das aus Protein und Fett besteht, diese Landschaft nicht betrachten und sie nicht genießen kann, wer ist dann diese bewusste Wesenheit?
Die Tatsache, die Berkeley in diesen Worten äußert, ist: Wir definieren ein Objekt nur dann, wenn unterschiedliche Wahrnehmungen, die wir im Gehirn erleben, interpretiert werden. Wie in diesem Beispiel werden der Geschmack und Geruch eines Apfels, seine Härte, Form, seine rote Farbe und all seine anderen Eigenschaften in unserem Gehirn als Ganzes wahrgenommen und wir nennen dieses Ganze “Apfel”. Aber wir können mit dem Original des Apfels niemals konfrontiert sein. Was wir sehen, riechen, schmecken, tasten oder hören, sind nur die Kopien dieser Gegenstände innerhalb unseres Gehirns.
Wenn wir über alles, was bisher erklärt wurde, noch einmal gründlich nachdenken, wird diese Wahrheit ganz deutlich werden. Zum Beispiel;
o Wenn wir im Gehirn, wo es kein Licht gibt, eine Straße mit glänzenden, farbigen Lichtern sehen können, dann sehen wir nur die Kopien dieser Straße, der beleuchteten Reklametafeln, der Schaufenster, der Straßenlampen und der Scheinwerfer der Autos, die in unserem Gehirn aus den elektrischen Impulsen entstehen.
o Da keine Stimme in unser Gehirn eintreten kann, können wir die tatsächlichen Stimmen unserer Verwandten nie hören. Wir hören nur deren Kopien.
o Wir können auch die Kühle des Meeres und die Hitze der Sonne nicht fühlen – wir fühlen nur deren Kopien in unserem Gehirn.
o Gleicherweise war bis heute niemand in der Lage, das Original der Minze zu schmecken. Der Geschmack, den jemand als Minze empfindet, ist nur eine Wahrnehmung, welche im Gehirn entsteht. Das ist deswegen so, weil der Mensch das Original der Minze nicht berühren, nicht sehen und riechen und nicht schmecken kann.
Folglich leben wir unser Leben lang mit Kopien von Wahrnehmungen, die uns gezeigt werden. Aber diese Kopien sind so realistisch, dass wir nie begreifen, dass sie eben nur Kopien sind. Heben Sie zum Beispiel Ihren Kopf und werfen Sie einen Blick in den Raum. Sie sehen, dass sie sich in einem Raum voll mit Möbeln befinden. Wenn Sie die Armlehnen des Stuhls berühren, auf dem Sie sitzen, fühlen Sie dessen Härte, als ob Sie tatsächlich das Original dieses Stuhls berühren. Die Realität der Bilder, die Ihnen gezeigt werden, und die ausgezeichnete Kunst in der Schöpfung dieser Bilder reichen aus, Sie und Milliarden anderer Menschen davon zu überzeugen, dass diese Bilder die tatsächliche Materie sind. Obwohl die meisten Menschen in der Schule gelernt haben, dass jede Empfindung in bezug auf die Welt in ihren Gehirnen entsteht, und obwohl die Biologiebücher voll mit diesen Fakten sind, können sie nur mit Schwierigkeiten begreifen, dass diese Empfindungen und Bilder nur eine Einbildung in ihrem Gehirn sind. Der Grund dafür ist, dass jedes Bild mit großartiger Kunst sehr realistisch und vollkommen erschaffen wird.
Einige Menschen sehen ein, dass die Bilder in ihrem Gehirn entstehen, aber sie behaupten, dass die materiellen Gegenstücke dieser Bilder in der Außenwelt existieren. Sie können jedoch diese Behauptung nie beweisen, denn bis heute konnte niemand über die Wahrnehmungen, die im Gehirn existieren, hinausgehen. Jeder Mensch lebt in einem dunklen Raum im Gehirn, und niemand kann etwas anderes erleben als das, was ihm durch Wahrnehmungen gezeigt wird. Folglich kann niemand wissen, was außerhalb dieser Wahrnehmungen geschieht. Aus diesem Grund ist es falsch, zu sagen, dass originale Gegenstücke dieser Bilder in der Außenwelt existieren, weil es dafür keinen Beweis gibt. Selbst wenn es die Originale der Materie geben würde, sieht der Mensch diese Originale wieder im Gehirn, das heißt; er wird nur mit der Illusion konfrontiert sein, die sich in seinem Gehirn bildet. Andere Behauptungen haben keine Grundlage, da die Menschen diese “materiellen Gegenstücke” niemals erreichen können.
Wir wollen nachdrücklich betonen, dass der wissenschaftliche oder technologische Fortschritt daran nichts ändern kann, denn jede wissenschaftliche Entdeckung oder technische Erfindung entsteht auch in den Gehirnen der Menschen. Deswegen wird es nie möglich sein, die Außenwelt zu erreichen.
Die Philosophen Russell und Wittgenstein haben dazu folgende Gedanken geäußert:
Ob z.B. eine Zitrone tatsächlich existiert oder nicht und wie sie entstanden ist, kann nicht in Frage gestellt und untersucht werden. Die Zitrone besteht nur aus einem Geschmack, der durch die Zunge empfunden wird; einem Geruch, der durch die Nase verspürt wird, einer Farbe und Form, die mit dem Auge wahrgenommen werden, und es sind lediglich diese Eigenschaften, die einer Untersuchung und Beurteilung unterzogen werden können. Die Wissenschaft kann die physikalische Welt niemals erkennen.14
Der berühmte Philosoph George Berkeley bemerkt folgendes zu diesem Thema:
Wir glauben an die Existenz von Dingen nur, weil wir sie sehen und berühren und weil sie uns durch unsere Wahrnehmungen wiedergegeben werden. Jedoch sind unsere Wahrnehmungen nur Ideen in unserem Gehirn. Daher sind Objekte, die wir durch Wahrnehmungen erfassen, nichts anderes als Ideen und diese Ideen befinden sich nirgendwo anders als in unserem Gehirn… Da sie alle nur dort existieren, bedeutet das, dass wir einer Täuschung zum Opfer fallen, wenn wir uns vorstellen, dass das Universum und alle anderen Objekte eine Existenz außerhalb des Gehirns besitzen. Daher hat keines der uns umgebenden Dinge eine Existenz außerhalb unseres Gedächtnisses.15
Außerdem ist es von untergeordneter Bedeutung, ob etwas, was ein Mensch nicht erreichen, sehen oder berühren kann, existiert oder nicht. Denn der Mensch beobachtet nur die Welt der Wahrnehmungen in seinem Gehirn, egal ob es die materielle Welt gibt oder nicht. Er kann das Original der Materie nie finden. Es ist ausreichend, nur die Kopien von Objekten zu sehen. Jemand, der zum Beispiel in einem Garten voll bunter Blumen spaziert, sieht nicht das Original des Gartens, sondern nur die Kopie desselben in seinem Gehirn. Aber diese Kopie des Gartens ist so realistisch, dass jedermann an diesem Garten, der in seinem Gedächtnis entsteht, ein solches Vergnügen findet, als ob der Garten wirklich existieren würde. Millionen von Menschen haben bis heute vorausgesetzt, dass sie die Originale der Dinge gesehen haben. Folglich gibt es keinen Grund für die Menschen, dass sie sich für die Außenwelt interessieren.
Was ein Bild so überzeugend und eindrucksvoll macht, sind Elemente wie Abstand, Tiefe, Farbe, Schatten und Licht. Diese Elemente werden in solcher Vervollkommnung benutzt, dass sie ein dreidimensionales, buntes und klares Bild innerhalb des Gehirns ergeben. Wenn eine endlose Menge von Details dem Bild hinzugefügt wird, taucht eine Welt auf, die wir für wahr halten, obgleich wir nur mit der Welt in unserem Gehirn konfrontiert werden.
Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Auto fahren. Das Lenkrad ist eine Armlänge entfernt von Ihnen und es gibt Verkehrsampeln, die ungefähr 100 m vor Ihnen sind. Das nächste Auto ist ungefähr 10 m entfernt, es gibt auch Berge am Horizont, die sich entsprechend Ihrer Schätzung in einer Entfernung von vielen Kilometern befinden. Jedoch sind alle diese Schätzungen falsch. Weder ist das Auto, noch sind die Berge so weit entfernt von Ihnen wie Sie annehmen würden. Tatsächlich befinden sich alle Bilder nur auf einer Fläche nicht größer als eine Filmspule innerhalb des Gehirns. Die Bilder, die vom Auge wiedergegeben werden, sind zweidimensional wie die Bilder auf einem Bildschirm. Wie entsteht dann das Gefühl von Entfernung und räumlicher Tiefe?
Das Entfernungsgefühl beruht auf dreidimensionaler Sichtweise. Die Elemente, welche die Effekte der Entfernung und Tiefe in den Bildern verursachen, sind Perspektive, Schatten und Bewegung. Diese Art der Wahrnehmung, die “räumliche Wahrnehmung” genannt wird, wird durch sehr komplizierte Systeme zur Verfügung gestellt. Diese Systeme können wir folgendermaßen erklären: Das Bild, welches das Auge erreicht, ist zweidimensional. Das heißt, es hat Maße von Höhe und Breite. Das Gefühl der Tiefe und Entfernung resultiert aus der Tatsache, dass unsere beiden Augen zwei unterschiedliche Bilder sehen. Das Bild, das jedes unserer Augen erreicht, unterscheidet sich vom anderen. Das Gehirn setzt diese zwei unterschiedlichen Bilder zu einem einzigen Bild zusammen, um unser Gefühl für die Tiefe des Raums und die Entfernung zu bilden.
Wir können ein Experiment durchführen, um diese Tatsache besser zu verstehen: Strecken Sie Ihren rechten Arm aus und halten Sie den Zeigefinger hoch. Konzentrieren Sie sich jetzt auf diesen Finger und schließen Sie zuerst Ihr linkes Auge und dann Ihr rechtes Auge. Da jedes Auge von zwei unterschiedlichen Bildern erreicht wird, sehen Sie, dass der Finger sich geringfügig zur Seite bewegt. Öffnen Sie jetzt beide Augen und während Sie fortfahren, sich auf Ihren rechten Zeigefinger zu konzentrieren, bringen Sie Ihren linken Zeigefinger so nah wie möglich an Ihr Auge heran. Sie werden beobachten, dass der nahe Finger zwei Bilder verursacht. Dies liegt daran, dass nun für den nahen Finger eine andere Tiefe im Vergleich zu der des weiter entfernten Fingers entsteht. Wenn Sie Ihre Augen eins nach dem anderen öffnen und schließen, sehen Sie, dass der Finger, der nah an Ihrem Auge ist, sich stärker zu bewegen scheint als der Finger, der weiter weg ist. Dies liegt am Unterschied der Bilder, die jedes Auge erreichen.
Wenn ein dreidimensionaler Film gedreht wird, wird diese Technik verwendet. Bilder, die aus zwei unterschiedlichen Winkeln aufgenommen werden, werden auf denselben Bildschirm projiziert. Das Publikum trägt spezielle Brillen, die einen Farbfilter haben und das Licht polarisieren. Die Brillen filtern eines der beiden Bilder heraus, und das Gehirn wandelt die Bilder in ein einzelnes dreidimensionales Bild um.
Die Wahrnehmung von räumlicher Tiefe auf einer zweidimensionalen Retina ist der Technik sehr ähnlich, die von Künstlern verwendet wird, um dem Betrachter eines zweidimensionalen Gemäldes ein Gefühl von räumlicher Tiefe zu geben. Es gibt bestimmte Faktoren, die das Gefühl der Tiefe bilden. Diese Faktoren sind die Plazierung der Objekte relativ zueinander, die Atmosphärenperspektive, Änderungen der Textur, die lineare Perspektive, Höhe und Bewegung. Die Änderung der Textur ist bei der Bildung des Tiefengefühls sehr wichtig. Die Objekte, die uns näher sind, scheinen detaillierter zu sein als die, die sich weiter entfernt von uns befinden. Folglich ist es einfacher, die Entfernung der Objekte zu schätzen, die auf derselben Fläche gelegen sind. Außerdem vervollständigen die Effekte des Schattens und des Lichts das dreidimensionale Bild.
Der Grund, warum wir die Gemälde eines erfolgreichen Künstlers mit großer Bewunderung betrachten, sind die Eindrücke der Tiefe und der Realität, die im Gemälde erweckt werden, indem man die Elemente des Schattens und der Perspektive verwendet.
Die Perspektive resultiert aus der Tatsache, dass entfernte Objekte im Verhältnis zu nahen Objekten für den Betrachter kleiner aussehen. Wenn wir eine Landschaft betrachten, sehen entfernt stehende Bäume klein aus, während nah stehende Bäume groß aussehen. In einem Gemälde mit einem Berg im Hintergrund wird der Berg kleiner gemalt, als die Person im Vordergrund. In der linearen Perspektive benutzen Künstler parallele Linien, zum Beispiel rufen Eisenbahnschienen das Gefühl der Entfernung und Tiefe hervor, indem sie am Horizont zusammenlaufen.
Die Methode, die Maler in ihren Gemälden verwenden, gilt auch für das Bild, das im Gehirn entsteht. Die Tiefe, das Licht und der Schatten werden durch die gleiche Methode in einem zweidimensionalen Areal im Gehirn produziert. Je mehr Einzelheiten in einem Gemälde sind, desto realistischer sieht es aus und desto mehr betrügt es unsere Sinne. Wir benehmen uns so, als ob es wirkliche Tiefe und Entfernung, nämlich die dritte Dimension im Bild gäbe. Jedoch befinden sich alle Bilder, die wir sehen, auf einer zweidimensionalen Fläche. Das Sehzentrum in unserem Gehirn ist so klein wie eine Kreditkarte! Alle Bilder wie entfernte Häuser, Sterne im Himmel, der Mond, die Sonne, Flugzeuge und Vögel werden in dieses kleine Areal hineingestopft. Technischerweise gibt es keine Entfernung zwischen einem Flugzeug, das Sie etliche Kilometer entfernt sehen, und einem Glas, das Sie in Ihrer Hand halten; all diese Objekte befinden sich auf der kleinen Fläche im Wahrnehmungszentrum innerhalb Ihres Gehirns.
Ein am Horizont verschwindendes Schiff ist nicht wirklich viele Meilen entfernt von Ihnen. Das Schiff ist in Ihrem Gehirn. Die Fenstersimse, die Sie betrachten, die Pappel vor dem Fenster, die Straße vor Ihrem Haus, das Meer und das Schiff auf dem Meer entstehen im Sehzentrum des Gehirns auf einer zweidimensionalen Fläche. Gerade so wie ein Maler das Gefühl der Entfernung auf einem zweidimensionalen Leinentuch hervorrufen kann, indem er die Proportionen von Objekten und Elemente wie Farbe, Schatten, Licht und Perspektive benutzt, entsteht in unserem Gehirn in ähnlicher Weise das Gefühl der Entfernung. Folglich darf die Tatsache, dass wir Objekte so wahrnehmen, als ob diese weit entfernt von uns sind, uns nicht täuschen. Denn auch Entfernung ist eine Wahrnehmung wie alle anderen.
12. Rita Carter, Mapping The Mind, S. 135
13. Treaties Concerning the Principle of Human Knowledge, 1710, Works of George Berkeley, Bd. I, A. Fraser, Oxford, 1871, S. 35-36
14. Orhan Hançerlioðlu, Düþünce Tarihi (History of Idea), Remzi Verlag, Istanbul: 1987, S.44
15. George Politzer, Principes Fondamentaux de Philosophie, S. 38-39-44
o Wenn wir im Gehirn, wo es kein Licht gibt, eine Straße mit glänzenden, farbigen Lichtern sehen können, dann sehen wir nur die Kopien dieser Straße, der beleuchteten Reklametafeln, der Schaufenster, der Straßenlampen und der Scheinwerfer der Autos, die in unserem Gehirn aus den elektrischen Impulsen entstehen.
o Da keine Stimme in unser Gehirn eintreten kann, können wir die tatsächlichen Stimmen unserer Verwandten nie hören. Wir hören nur deren Kopien.
SIE KÖNNEN DEN RAUM INNERHALB IHRES GEHIRNS IHR LEBEN LANG NIE VERLASSEN
Denken Sie nun daran, dass auch der Platz, an dem Sie sich jetzt befinden, nicht anders ist. Innerhalb Ihres dunklen, kleinen Schädels sehen Sie die Bilder der Außenwelt, aber sie betrachten die Bilder, die auf dem “Bildschirm” in Ihrem Gehirn entstehen, ohne dass Sie diesen engen Platz verlassen möchten und ohne dass Sie sich langweilen.Nehmen Sie an, dass Sie in einen dunklen Raum eintreten, in dem es einen großen Bildschirm gibt. Wenn Sie die äußere Welt nur durch den Bildschirm innerhalb dieses Raums betrachten könnten, würden sie sich nach kurzer Zeit langweilen und sie würden gerne wieder hinausgehen wollen. Sie würden nie glauben, wenn jemand Ihnen sagte, dass Sie alles auf einem Bildschirm sehen. Das Bild, das Sie sehen, ist so realistisch, dass seit tausenden von Jahren Milliarden von Menschen diese Tatsache nicht bemerkt haben. |
o Gleicherweise war bis heute niemand in der Lage, das Original der Minze zu schmecken. Der Geschmack, den jemand als Minze empfindet, ist nur eine Wahrnehmung, welche im Gehirn entsteht. Das ist deswegen so, weil der Mensch das Original der Minze nicht berühren, nicht sehen und riechen und nicht schmecken kann.
Folglich leben wir unser Leben lang mit Kopien von Wahrnehmungen, die uns gezeigt werden. Aber diese Kopien sind so realistisch, dass wir nie begreifen, dass sie eben nur Kopien sind. Heben Sie zum Beispiel Ihren Kopf und werfen Sie einen Blick in den Raum. Sie sehen, dass sie sich in einem Raum voll mit Möbeln befinden. Wenn Sie die Armlehnen des Stuhls berühren, auf dem Sie sitzen, fühlen Sie dessen Härte, als ob Sie tatsächlich das Original dieses Stuhls berühren. Die Realität der Bilder, die Ihnen gezeigt werden, und die ausgezeichnete Kunst in der Schöpfung dieser Bilder reichen aus, Sie und Milliarden anderer Menschen davon zu überzeugen, dass diese Bilder die tatsächliche Materie sind. Obwohl die meisten Menschen in der Schule gelernt haben, dass jede Empfindung in bezug auf die Welt in ihren Gehirnen entsteht, und obwohl die Biologiebücher voll mit diesen Fakten sind, können sie nur mit Schwierigkeiten begreifen, dass diese Empfindungen und Bilder nur eine Einbildung in ihrem Gehirn sind. Der Grund dafür ist, dass jedes Bild mit großartiger Kunst sehr realistisch und vollkommen erschaffen wird.
Einige Menschen sehen ein, dass die Bilder in ihrem Gehirn entstehen, aber sie behaupten, dass die materiellen Gegenstücke dieser Bilder in der Außenwelt existieren. Sie können jedoch diese Behauptung nie beweisen, denn bis heute konnte niemand über die Wahrnehmungen, die im Gehirn existieren, hinausgehen. Jeder Mensch lebt in einem dunklen Raum im Gehirn, und niemand kann etwas anderes erleben als das, was ihm durch Wahrnehmungen gezeigt wird. Folglich kann niemand wissen, was außerhalb dieser Wahrnehmungen geschieht. Aus diesem Grund ist es falsch, zu sagen, dass originale Gegenstücke dieser Bilder in der Außenwelt existieren, weil es dafür keinen Beweis gibt. Selbst wenn es die Originale der Materie geben würde, sieht der Mensch diese Originale wieder im Gehirn, das heißt; er wird nur mit der Illusion konfrontiert sein, die sich in seinem Gehirn bildet. Andere Behauptungen haben keine Grundlage, da die Menschen diese “materiellen Gegenstücke” niemals erreichen können.
Die Philosophen Russell und Wittgenstein haben dazu folgende Gedanken geäußert:
Ob z.B. eine Zitrone tatsächlich existiert oder nicht und wie sie entstanden ist, kann nicht in Frage gestellt und untersucht werden. Die Zitrone besteht nur aus einem Geschmack, der durch die Zunge empfunden wird; einem Geruch, der durch die Nase verspürt wird, einer Farbe und Form, die mit dem Auge wahrgenommen werden, und es sind lediglich diese Eigenschaften, die einer Untersuchung und Beurteilung unterzogen werden können. Die Wissenschaft kann die physikalische Welt niemals erkennen.14
Der berühmte Philosoph George Berkeley bemerkt folgendes zu diesem Thema:
Wir glauben an die Existenz von Dingen nur, weil wir sie sehen und berühren und weil sie uns durch unsere Wahrnehmungen wiedergegeben werden. Jedoch sind unsere Wahrnehmungen nur Ideen in unserem Gehirn. Daher sind Objekte, die wir durch Wahrnehmungen erfassen, nichts anderes als Ideen und diese Ideen befinden sich nirgendwo anders als in unserem Gehirn… Da sie alle nur dort existieren, bedeutet das, dass wir einer Täuschung zum Opfer fallen, wenn wir uns vorstellen, dass das Universum und alle anderen Objekte eine Existenz außerhalb des Gehirns besitzen. Daher hat keines der uns umgebenden Dinge eine Existenz außerhalb unseres Gedächtnisses.15
Außerdem ist es von untergeordneter Bedeutung, ob etwas, was ein Mensch nicht erreichen, sehen oder berühren kann, existiert oder nicht. Denn der Mensch beobachtet nur die Welt der Wahrnehmungen in seinem Gehirn, egal ob es die materielle Welt gibt oder nicht. Er kann das Original der Materie nie finden. Es ist ausreichend, nur die Kopien von Objekten zu sehen. Jemand, der zum Beispiel in einem Garten voll bunter Blumen spaziert, sieht nicht das Original des Gartens, sondern nur die Kopie desselben in seinem Gehirn. Aber diese Kopie des Gartens ist so realistisch, dass jedermann an diesem Garten, der in seinem Gedächtnis entsteht, ein solches Vergnügen findet, als ob der Garten wirklich existieren würde. Millionen von Menschen haben bis heute vorausgesetzt, dass sie die Originale der Dinge gesehen haben. Folglich gibt es keinen Grund für die Menschen, dass sie sich für die Außenwelt interessieren.
Das Entfernungsgefühl ist auch eine Wahrnehmung, die im Gehirn entsteht
Stellen Sie sich eine verkehrsreiche Straße mit Einkaufszentren, Gebäuden, Autos etc. vor. Wenn Sie dieses Bild betrachten, scheint es wahr zu sein. Daran liegt es, warum die meisten Menschen nicht verstehen können, dass das Bild, das sie sehen, in ihrem Gehirn produziert wird, und sie nehmen irrtümlich alles als real existierend an. Das Bild ist so tadellos erstellt worden, dass es sehr schwer ist, zu verstehen, dass das Bild, das sie als wahr wahrnehmen, nicht das Original der äußeren Welt ist, sondern nur ein kopiertes Bild, das im Gehirn existiert.Was ein Bild so überzeugend und eindrucksvoll macht, sind Elemente wie Abstand, Tiefe, Farbe, Schatten und Licht. Diese Elemente werden in solcher Vervollkommnung benutzt, dass sie ein dreidimensionales, buntes und klares Bild innerhalb des Gehirns ergeben. Wenn eine endlose Menge von Details dem Bild hinzugefügt wird, taucht eine Welt auf, die wir für wahr halten, obgleich wir nur mit der Welt in unserem Gehirn konfrontiert werden.
Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Auto fahren. Das Lenkrad ist eine Armlänge entfernt von Ihnen und es gibt Verkehrsampeln, die ungefähr 100 m vor Ihnen sind. Das nächste Auto ist ungefähr 10 m entfernt, es gibt auch Berge am Horizont, die sich entsprechend Ihrer Schätzung in einer Entfernung von vielen Kilometern befinden. Jedoch sind alle diese Schätzungen falsch. Weder ist das Auto, noch sind die Berge so weit entfernt von Ihnen wie Sie annehmen würden. Tatsächlich befinden sich alle Bilder nur auf einer Fläche nicht größer als eine Filmspule innerhalb des Gehirns. Die Bilder, die vom Auge wiedergegeben werden, sind zweidimensional wie die Bilder auf einem Bildschirm. Wie entsteht dann das Gefühl von Entfernung und räumlicher Tiefe?
Jemand, der Auto fährt, glaubt, dass das Lenkrad, die Strasse und die Bäume sich in einiger Entfernung von ihm befinden. Jedoch alles, was er sieht, befindet sich in Wirklichkeit auf einer einzelnen Fläche in seinem Gehirn. |
OBJEKTE, VON DENEN SIE VERMUTEN, VON IHNEN ENTFERNT ZU SEIN, SIND IN WIRKLICHKEIT INNERHALB IHRES GEHIRNS
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Auf diesem Bild erscheint die senkrechte Linie im Hintergrund doppelt so lang wie die Line im Vordergrund. In Wirklichkeit jedoch sind beide Linien gleich lang. Wie dieses Beispiel klar macht, bewirken Elemente wie Linien, Perspektive, Licht und Schatten, dass die Menschen manche Objekte anders sehen, als sie in Wirklichkeit sind. Tatsächlich werden alle diese Objekte an einem einzigen Ort, im Sehzentrum unseres Gehirns wahrgenommen. |
Die Wahrnehmung von räumlicher Tiefe auf einer zweidimensionalen Retina ist der Technik sehr ähnlich, die von Künstlern verwendet wird, um dem Betrachter eines zweidimensionalen Gemäldes ein Gefühl von räumlicher Tiefe zu geben. Es gibt bestimmte Faktoren, die das Gefühl der Tiefe bilden. Diese Faktoren sind die Plazierung der Objekte relativ zueinander, die Atmosphärenperspektive, Änderungen der Textur, die lineare Perspektive, Höhe und Bewegung. Die Änderung der Textur ist bei der Bildung des Tiefengefühls sehr wichtig. Die Objekte, die uns näher sind, scheinen detaillierter zu sein als die, die sich weiter entfernt von uns befinden. Folglich ist es einfacher, die Entfernung der Objekte zu schätzen, die auf derselben Fläche gelegen sind. Außerdem vervollständigen die Effekte des Schattens und des Lichts das dreidimensionale Bild.
Der Grund, warum wir die Gemälde eines erfolgreichen Künstlers mit großer Bewunderung betrachten, sind die Eindrücke der Tiefe und der Realität, die im Gemälde erweckt werden, indem man die Elemente des Schattens und der Perspektive verwendet.
Die Perspektive resultiert aus der Tatsache, dass entfernte Objekte im Verhältnis zu nahen Objekten für den Betrachter kleiner aussehen. Wenn wir eine Landschaft betrachten, sehen entfernt stehende Bäume klein aus, während nah stehende Bäume groß aussehen. In einem Gemälde mit einem Berg im Hintergrund wird der Berg kleiner gemalt, als die Person im Vordergrund. In der linearen Perspektive benutzen Künstler parallele Linien, zum Beispiel rufen Eisenbahnschienen das Gefühl der Entfernung und Tiefe hervor, indem sie am Horizont zusammenlaufen.
Die Methode, die Maler in ihren Gemälden verwenden, gilt auch für das Bild, das im Gehirn entsteht. Die Tiefe, das Licht und der Schatten werden durch die gleiche Methode in einem zweidimensionalen Areal im Gehirn produziert. Je mehr Einzelheiten in einem Gemälde sind, desto realistischer sieht es aus und desto mehr betrügt es unsere Sinne. Wir benehmen uns so, als ob es wirkliche Tiefe und Entfernung, nämlich die dritte Dimension im Bild gäbe. Jedoch befinden sich alle Bilder, die wir sehen, auf einer zweidimensionalen Fläche. Das Sehzentrum in unserem Gehirn ist so klein wie eine Kreditkarte! Alle Bilder wie entfernte Häuser, Sterne im Himmel, der Mond, die Sonne, Flugzeuge und Vögel werden in dieses kleine Areal hineingestopft. Technischerweise gibt es keine Entfernung zwischen einem Flugzeug, das Sie etliche Kilometer entfernt sehen, und einem Glas, das Sie in Ihrer Hand halten; all diese Objekte befinden sich auf der kleinen Fläche im Wahrnehmungszentrum innerhalb Ihres Gehirns.
Ein am Horizont verschwindendes Schiff ist nicht wirklich viele Meilen entfernt von Ihnen. Das Schiff ist in Ihrem Gehirn. Die Fenstersimse, die Sie betrachten, die Pappel vor dem Fenster, die Straße vor Ihrem Haus, das Meer und das Schiff auf dem Meer entstehen im Sehzentrum des Gehirns auf einer zweidimensionalen Fläche. Gerade so wie ein Maler das Gefühl der Entfernung auf einem zweidimensionalen Leinentuch hervorrufen kann, indem er die Proportionen von Objekten und Elemente wie Farbe, Schatten, Licht und Perspektive benutzt, entsteht in unserem Gehirn in ähnlicher Weise das Gefühl der Entfernung. Folglich darf die Tatsache, dass wir Objekte so wahrnehmen, als ob diese weit entfernt von uns sind, uns nicht täuschen. Denn auch Entfernung ist eine Wahrnehmung wie alle anderen.
AUF EINER ZWEIDIMENSIONALEN FLÄCHE WIRD EIN BILD MIT RAUMWIRKUNG GESCHAFFEN
Es gibt eine sehr realistische Tiefe in allen dieser Bilder. Auf einer zweidimensionalen Leinwand kann ein dreidimensionales Bild mit räumlicher Tiefe gemalt werden, indem man Schatten, Perspektive und Licht benutzt. Dieses Element des Realismus kann abhängig von der Fähigkeit des Malers verstärkt werden. Ähnliches Fall gilt auch für unseren Sehsinn. Denn das Bild, das auf die Retinaschicht des Auges fällt, ist zweidimensional. Jedoch werden die Bilder, die unsere beide Augen erreichen, zu einem einzelnen Bild, damit unser Gehirn ein dreidimensionales Bild wahrnimmt.
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13. Treaties Concerning the Principle of Human Knowledge, 1710, Works of George Berkeley, Bd. I, A. Fraser, Oxford, 1871, S. 35-36
14. Orhan Hançerlioðlu, Düþünce Tarihi (History of Idea), Remzi Verlag, Istanbul: 1987, S.44
15. George Politzer, Principes Fondamentaux de Philosophie, S. 38-39-44
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