12 Haziran 2012 Salı

Die Welt in unserem Gehirn

Wenn Sie aus dem Fenster schauen, denken Sie, dass Sie den Ausblick, der sich ihnen bietet, mit Ihren Augen sehen, denn Sie haben gelernt, so zu denken. Die Wirklichkeit ist jedoch anders. Sie können die Welt mit Ihren Augen nicht sehen. Sie sehen nur ein Bild, das in Ihrem Gehirn entsteht. Dies ist keine bloße Vermutung oder eine philosophische These, sondern eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache.
Dies kann besser verstanden werden, wenn wir erkennen, wie der Sehvorgang funktioniert. Das Auge ist für das Umwandeln des Lichtes in einen elektrischen Impuls mittels der Zellen in der Netzhaut (Retina) verantwortlich. Dieser elektrische Impuls erreicht das Sehzentrum im Gehirn. Die Impulse bilden die Erscheinung, die Sie sehen, wenn Sie aus dem Fenster blicken. Die Erscheinungen, die Sie sehen, werden also in Ihrem Gehirn verursacht.
Sie sehen ein Bild in Ihrem Gehirn, nicht die Aussicht außerhalb des Fensters. In der Abbildung, die auf der rechten Seite zu sehen ist, erreicht das Licht die Augen der Person von außen. Dieses Licht wird in elektrische Impulse umgewandelt und durch Neuronen zu einem winzigen Punkt im hinteren Teil des Gehirns, dem “Sehzentrum”, weitergeleitet. Es sind diese elektrischen Impulse, die das räumliche Bild im Gehirn entstehen lassen. Tatsächlich aber, wenn wir das Gehirn öffnen würden, könnten wir kein Bild sehen. Jedoch empfängt eine Art Bewusstsein im Gehirn elektrische Impulse in Form eines Bildes, obwohl es kein Auge, keine Sehzellen oder Netzhaut hat. Wem also gehört das Bewusstsein im Gehirn?
Die gleiche Frage kann über dieses Buch gestellt werden, das Sie gerade lesen. Das Licht, das Ihr Auge erreicht, wird in elektrische Impulse umgewandelt und erreicht Ihr Gehirn, wo das Bild des Buches entsteht. Das bedeutet, das Buch, das Sie im Augenblick lesen, befindet sich nicht außerhalb von Ihnen, sondern es ist in Ihnen, im Sehzentrum im hinteren Teil Ihres Gehirns. Da Sie die Festigkeit des Buches mit Ihren Händen fühlen können, denken Sie, das Buch befinde sich außerhalb von Ihnen. Jedoch entsteht auch dieses Gefühl der Festigkeit in Ihrem Gehirn. Die Nerven auf Ihren Fingerspitzen senden elektrische Informationen zum Zentrum des Tastsinnes in Ihrem Gehirn. Wenn Sie das Buch berühren, fühlen Sie seine Beschaffenheit, die glatte Oberfläche der Seiten, die Qualität des Buchdeckels und die Schärfe der Seitenränder innerhalb Ihres Gehirns.
Sie können jedoch das Original dieses Buches nie berühren. Obwohl Sie denken, dass Sie das Buch berühren, ist es Ihr Gehirn, das es durch seinen Tastsinn wahrnimmt. Sie wissen nicht einmal, ob dieses Buch als ein materielles Objekt außerhalb Ihres Gehirns überhaupt existiert. Sie interpretieren lediglich das Bild des Buches innerhalb Ihres Gehirns. Sie sollten sich nicht durch die Tatsache täuschen lassen, dass ein Autor dieses Buch geschrieben hat, dass die Seiten mit Hilfe eines Computers entworfen und von einem Verleger gedruckt wurden. Wie Sie gleich erkennen werden, sind die Menschen, die in jedem Stadium der Herstellung dieses Buches vorkommen, die Computer und der Verleger nur Bilder, die in Ihrem Gehirn vorhanden sind, Sie können nie wissen, ob sie außerhalb Ihres Gehirns existieren oder nicht.
Wir können folglich zu dem Schluss kommen, dass alles, was wir sehen, berühren und hören, nur in unserem Gehirn existiert. Dies ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache; und der eigentliche Punkt ist hier die Frage, die sich aus dieser Tatsache ergibt: Wer oder was ist es, der diese Erscheinungen in unserem Gehirn sieht, ohne Augen zu haben und sie der sie genießen kann, der aufgeregt und glücklich sein kann?
Wir wissen, dass wir die einzelnen Merkmale der Welt durch unsere Sinnesorgane erfahren. Die Informationen, die uns durch diese Organe erreichen, werden in elektrochemische Impulse umgewandelt, und die einzelnen Teile unseres Gehirns analysieren und verarbeiten diese Impulse. Nachdem dieser Interpre-tationsprozess innerhalb unseres Gehirns stattgefunden hat, sehen wir z.B. ein Buch, schmecken eine Erdbeere, riechen eine Blume, fühlen die Beschaffenheit eines Seidenstoffs oder hören das Rascheln der Blätter im Wind.
Wir haben gelernt, dass wir die Dinge die sich außerhalb unseres Körpers befinden, tatsächlich berühren können, das Buch, das wir im Abstand von 30 Zentimetern vor unsere Augen halten lesen, dass wir die Bäume, die weit von uns entfernt sind, riechen oder das Rascheln der Blätter, die sich hoch über uns befinden, hören. Jedoch entsteht all dies in uns. All diese Vorgänge geschehen innerhalb unseres Gehirns.
An diesem Punkt stoßen wir auf eine andere überraschende Tatsache: Innerhalb unseres Gehirns gibt es weder Farben und Töne noch Bilder. Alles, was in unserem Gehirn gefunden werden kann, sind elektrische Signale. Auch dies ist keine philosophische Vermutung. Es ist eine wissenschaftliche Be-schreibung der Funktion unserer Wahrnehmungen. In ihrem Buch, “Mapping The Mind”, erklärt Rita Carter die Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, wie folgt:
Jedes Sinnesorgan ist dafür ausgelegt, sich mit einer bestimmten Art von Reizen zu befassen: diese Reize sind Moleküle, Wellen oder Vibrationen. Doch trotz ihrer wundervollen Vielfalt erledigt jedes Organ im wesentlichen die gleiche Arbeit: es übersetzt eine bestimmte Art von Reizen in elektrische Impulse. Ein Impuls ist nur ein Impuls. Er ist keine rote Farbe oder die ersten Noten von Beethovens 5. Symphonie, sondern eine elektrische Energie. In der Tat wandeln die Sinnesorgane alle eintreffenden Reize in elektrische Impulse um.
Alle sensorischen Reize treten in das Gehirn in mehr oder weniger undifferenzierter Form als ein Strom elektrischer Impulse ein. Dies ist alles, was geschieht. Es gibt keine Retransformation, die in irgendeinem Stadium des Prozesses diese elektrische Aktivität in Lichtwellen oder Moleküle zurückverwandeln würde. Was den einen Impulsstrom in Bilder und einen anderen in Geruch umwandelt, hängt viel mehr davon ab, welche Neuronen gereizt werden.1
All unsere Gefühle und Wahrnehmungen über die Welt (Gerüche, Erscheinungen, Geschmäcke usw.) bestehen aus demselben “Material”, aus elektrischen Impulsen. Es ist unser Gehirn, das diesen Impulsen eine Bedeutung verleiht, und sie als Geruch, Geschmack, Geräusch oder Berührung interpretiert. Es ist eine unglaubliche Tatsache, dass das Gehirn, das aus nichts als nassem Fleisch besteht, wissen kann, welcher elektrische Impuls als Geruch und welcher andere als Bild gedeutet werden soll und dass es aus Impulsen unterschiedliche Sinne und Gefühle hervorrufen kann.
Lassen Sie uns jetzt unsere Sinnesorgane betrachten, und wie diese die Welt wahrnehmen.
Es sind nicht unsere Augen, die sehen, sondern unser Gehirn
Weil wir es unser Leben lang so gelernt haben, stellen wir uns vor, dass wir die Welt mit unseren Augen sehen. Wir kommen zu dem Schluss, dass unsere Augen unsere Fenster zur Welt sind. Die Wissenschaft jedoch zeigt uns, dass wir nicht mit unseren Augen sehen. Unsere Augen und Millionen Nervenzellen in den Augen sind dafür verantwortlich, dem Gehirn eine Mitteilung zu schicken, damit der Vorgang des “Sehens” stattfinden kann. Erinnern wir uns, was wir in der Schule gelernt haben:
Das Licht, das auf das Auge fällt, tritt durch die Linse an der Vorderseite des Auges ein, wobei es gebrochen wird und seitenverkehrt auf die Netzhaut an der Hinterseite des Auges projiziert wird. Nach einer Reihe chemischer Prozesse wandeln die Stäbchen- und Zapfenzellen in der Netzhaut dieses Bild in elektrische Impulse um. Diese elektrischen Signale werden durch die Augennerven zu einem winzigen Punkt im hinteren Teil des Gehirns, dem “Sehzentrum”, weitergeleitet. Im Gehirn werden diese Impulse als bedeutungsvolles und dreidimensionales Bild wahrgenommen.
Wenn wir spielende Kinder in einem Park betrachten, sehen wir diese Kinder und den Park nicht mit unseren Augen, denn dieses Bild entsteht nicht vor unseren Augen, sondern im hinteren Teil unseres Gehirns.
Trotz dieses einfachen Beispiels ist der Sehvorgang tatsächlich ein überaus komplizierter Prozess. Lichtstrahlen werden in elektrochemische Impulse umgewandelt und bilden eine dreidimensionale, farbige und helle Welt. R. L. Gregory, Autor des Buches “Eye and Brain”(Auge und Gehirn), erklärt die großartige Struktur des Sehsystems folgendermaßen:
Man bedenke, dass wir kleine, verzerrte und auf dem Kopf stehende Bilder durch die Augen erhalten, und was wir sehen sind solide Objekte in einer räumlichen Umgebung. Von den Reproduktionsmustern auf der Netzhaut nehmen wir die Welt der Objekte wahr, und das ist eigentlich ein Wunder! 2

Die Welt der Wahrnehmungen

Wir können die äußere Welt, die innerhalb unseres Gehirns entsteht, tatsächlich niemals erreichen
Alles, was wir erfahren, sehen und fühlen, entsteht in unserem Gehirn. Jemand, der auf einem Stuhl sitzt und aus dem Fenster schaut, fühlt die Härte des Stuhls, die Glätte des Stoffs in seinem Gehirn. Der Geruch des Kaffees, der aus der Küche kommt, entsteht im Gedächtnis, nicht in der Küche. Die Aussicht auf den See, die Vögel und die Bäume sind Bilder, die in unserem Gehirn entstehen. Der Freund, der ihm Kaffee serviert, und der Geschmack des Kaffees existieren im Gehirn. Kurz, jemand, der in seinem Wohnzimmer sitzt und aus dem Fenster schaut, sieht in Wirklichkeit sein Wohnzimmer und die Aussicht aus dem Fenster in seinem Gehirn. Der Mensch definiert demnach alle Wahrnehmungen, die er in seinem Gehirn sieht und die in einer Weise zusammengebracht werden, dass sie für ihn eine Bedeutung ergeben, als “sein Leben” und er kann nie aus seinem Gehirn hinausgehen.
Wir können niemals wissen, wie die wahre Natur der materiellen Welt außerhalb von uns beschaffen ist. Wir können nicht wissen, ob beispielsweise das Grün eines Blattes außerhalb unseres Gehirns genauso existiert, wie wir es sehen, oder nicht, oder ob der Geschmack des Zuckers, den wir essen, in der Tat süß ist oder ob unser Gehirn ihn nur so wahrnimmt. Es ist für uns unmöglich, dies zu erfahren.
Die Wissenschaftsautorin Rita Carter erklärt folgendermaßen, warum wir die tatsächliche Welt nicht sehen können:
Wenn wir ein Gesicht oder eine Landschaft sehen, sehen wir eigentlich nicht ihre Originale. Was wir sehen, ist nur eine Interpretation ihres Originals oder eine Version, die völlig neu hergestellt wurde… Egal wie gut diese exemplarischen Bilder auch sein mögen, so sind sie doch ganz fehlerhaft und anders als ihre Originale.12
Jemand, der darüber gründlich nachdenkt, wird diese Wahrheit sehen. George Berkeley drückt diese Wahrheit in seiner Arbeit “Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis” so aus:
Durch das Sehen habe ich eine Vorstellung über das Licht und die Farben mit ihren Abstufungen und Variationen. Durch die Berührung nehme ich die Härte und Weichheit, die Wärme und Kälte, die Bewegung und den Widerstand wahr… Das Riechen lehrt mich die Gerüche, das Schmecken lehrt die Geschmäcke und das Hören lehrt die Töne…. Da einige dieser Sinne gemeinsam betrachtet werden, wurde ihnen ein gemeinsamer Name gegeben und sie werden für eine Einheit gehalten. Auf diese Weise, wenn eine Farbe, ein Geschmack, eine Gestalt und eine Festigkeit in einer bestimmten Anordnung betrachtet werden, werden sie als etwas angesehen, das beispielsweise mit dem Wort Apfel definiert wird; die Sammlungen anderer Eindrücke bilden einen Stein, einen Baum, ein Buch und ähnliche Dinge… 13

Ein Mensch, der die Landschaft betrachtet, nimmt an, dass er die Landschaft vor seinen Augen sieht. Die Landschaft jedoch, die er sieht, wird im Sehzentrum seines Gehirns gebildet. Da das Gehirn, das aus Protein und Fett besteht, diese Landschaft nicht betrachten und sie nicht genießen kann, wer ist dann diese bewusste Wesenheit?
Die Tatsache, die Berkeley in diesen Worten äußert, ist: Wir definieren ein Objekt nur dann, wenn unterschiedliche Wahrnehmungen, die wir im Gehirn erleben, interpretiert werden. Wie in diesem Beispiel werden der Geschmack und Geruch eines Apfels, seine Härte, Form, seine rote Farbe und all seine anderen Eigenschaften in unserem Gehirn als Ganzes wahrgenommen und wir nennen dieses Ganze “Apfel”. Aber wir können mit dem Original des Apfels niemals konfrontiert sein. Was wir sehen, riechen, schmecken, tasten oder hören, sind nur die Kopien dieser Gegenstände innerhalb unseres Gehirns.
Wenn wir über alles, was bisher erklärt wurde, noch einmal gründlich nachdenken, wird diese Wahrheit ganz deutlich werden. Zum Beispiel;
o Wenn wir im Gehirn, wo es kein Licht gibt, eine Straße mit glänzenden, farbigen Lichtern sehen können, dann sehen wir nur die Kopien dieser Straße, der beleuchteten Reklametafeln, der Schaufenster, der Straßenlampen und der Scheinwerfer der Autos, die in unserem Gehirn aus den elektrischen Impulsen entstehen.
o Da keine Stimme in unser Gehirn eintreten kann, können wir die tatsächlichen Stimmen unserer Verwandten nie hören. Wir hören nur deren Kopien.
SIE KÖNNEN DEN RAUM INNERHALB IHRES GEHIRNS IHR LEBEN LANG NIE VERLASSEN 
Nehmen Sie an, dass Sie in einen dunklen Raum eintreten, in dem es einen großen Bildschirm gibt. Wenn Sie die äußere Welt nur durch den Bildschirm innerhalb dieses Raums betrachten könnten, würden sie sich nach kurzer Zeit langweilen und sie würden gerne wieder hinausgehen wollen.
Denken Sie nun daran, dass auch der Platz, an dem Sie sich jetzt befinden, nicht anders ist. Innerhalb Ihres dunklen, kleinen Schädels sehen Sie die Bilder der Außenwelt, aber sie betrachten die Bilder, die auf dem “Bildschirm” in Ihrem Gehirn entstehen, ohne dass Sie diesen engen Platz verlassen möchten und ohne dass Sie sich langweilen.
Sie würden nie glauben, wenn jemand Ihnen sagte, dass Sie alles auf einem Bildschirm sehen. Das Bild, das Sie sehen, ist so realistisch, dass seit tausenden von Jahren Milliarden von Menschen diese Tatsache nicht bemerkt haben.
o Wir können auch die Kühle des Meeres und die Hitze der Sonne nicht fühlen – wir fühlen nur deren Kopien in unserem Gehirn.
o Gleicherweise war bis heute niemand in der Lage, das Original der Minze zu schmecken. Der Geschmack, den jemand als Minze empfindet, ist nur eine Wahrnehmung, welche im Gehirn entsteht. Das ist deswegen so, weil der Mensch das Original der Minze nicht berühren, nicht sehen und riechen und nicht schmecken kann.
Folglich leben wir unser Leben lang mit Kopien von Wahrnehmungen, die uns gezeigt werden. Aber diese Kopien sind so realistisch, dass wir nie begreifen, dass sie eben nur Kopien sind. Heben Sie zum Beispiel Ihren Kopf und werfen Sie einen Blick in den Raum. Sie sehen, dass sie sich in einem Raum voll mit Möbeln befinden. Wenn Sie die Armlehnen des Stuhls berühren, auf dem Sie sitzen, fühlen Sie dessen Härte, als ob Sie tatsächlich das Original dieses Stuhls berühren. Die Realität der Bilder, die Ihnen gezeigt werden, und die ausgezeichnete Kunst in der Schöpfung dieser Bilder reichen aus, Sie und Milliarden anderer Menschen davon zu überzeugen, dass diese Bilder die tatsächliche Materie sind. Obwohl die meisten Menschen in der Schule gelernt haben, dass jede Empfindung in bezug auf die Welt in ihren Gehirnen entsteht, und obwohl die Biologiebücher voll mit diesen Fakten sind, können sie nur mit Schwierigkeiten begreifen, dass diese Empfindungen und Bilder nur eine Einbildung in ihrem Gehirn sind. Der Grund dafür ist, dass jedes Bild mit großartiger Kunst sehr realistisch und vollkommen erschaffen wird.
Einige Menschen sehen ein, dass die Bilder in ihrem Gehirn entstehen, aber sie behaupten, dass die materiellen Gegenstücke dieser Bilder in der Außenwelt existieren. Sie können jedoch diese Behauptung nie beweisen, denn bis heute konnte niemand über die Wahrnehmungen, die im Gehirn existieren, hinausgehen. Jeder Mensch lebt in einem dunklen Raum im Gehirn, und niemand kann etwas anderes erleben als das, was ihm durch Wahrnehmungen gezeigt wird. Folglich kann niemand wissen, was außerhalb dieser Wahrnehmungen geschieht. Aus diesem Grund ist es falsch, zu sagen, dass originale Gegenstücke dieser Bilder in der Außenwelt existieren, weil es dafür keinen Beweis gibt. Selbst wenn es die Originale der Materie geben würde, sieht der Mensch diese Originale wieder im Gehirn, das heißt; er wird nur mit der Illusion konfrontiert sein, die sich in seinem Gehirn bildet. Andere Behauptungen haben keine Grundlage, da die Menschen diese “materiellen Gegenstücke” niemals erreichen können.
Wir wollen nachdrücklich betonen, dass der wissenschaftliche oder technologische Fortschritt daran nichts ändern kann, denn jede wissenschaftliche Entdeckung oder technische Erfindung entsteht auch in den Gehirnen der Menschen. Deswegen wird es nie möglich sein, die Außenwelt zu erreichen.
Die Philosophen Russell und Wittgenstein haben dazu folgende Gedanken geäußert:
Ob z.B. eine Zitrone tatsächlich existiert oder nicht und wie sie entstanden ist, kann nicht in Frage gestellt und untersucht werden. Die Zitrone besteht nur aus einem Geschmack, der durch die Zunge empfunden wird; einem Geruch, der durch die Nase verspürt wird, einer Farbe und Form, die mit dem Auge wahrgenommen werden, und es sind lediglich diese Eigenschaften, die einer Untersuchung und Beurteilung unterzogen werden können. Die Wissenschaft kann die physikalische Welt niemals erkennen.14
Der berühmte Philosoph George Berkeley bemerkt folgendes zu diesem Thema:
Wir glauben an die Existenz von Dingen nur, weil wir sie sehen und berühren und weil sie uns durch unsere Wahrnehmungen wiedergegeben werden. Jedoch sind unsere Wahrnehmungen nur Ideen in unserem Gehirn. Daher sind Objekte, die wir durch Wahrnehmungen erfassen, nichts anderes als Ideen und diese Ideen befinden sich nirgendwo anders als in unserem Gehirn… Da sie alle nur dort existieren, bedeutet das, dass wir einer Täuschung zum Opfer fallen, wenn wir uns vorstellen, dass das Universum und alle anderen Objekte eine Existenz außerhalb des Gehirns besitzen. Daher hat keines der uns umgebenden Dinge eine Existenz außerhalb unseres Gedächtnisses.15
Außerdem ist es von untergeordneter Bedeutung, ob etwas, was ein Mensch nicht erreichen, sehen oder berühren kann, existiert oder nicht. Denn der Mensch beobachtet nur die Welt der Wahrnehmungen in seinem Gehirn, egal ob es die materielle Welt gibt oder nicht. Er kann das Original der Materie nie finden. Es ist ausreichend, nur die Kopien von Objekten zu sehen. Jemand, der zum Beispiel in einem Garten voll bunter Blumen spaziert, sieht nicht das Original des Gartens, sondern nur die Kopie desselben in seinem Gehirn. Aber diese Kopie des Gartens ist so realistisch, dass jedermann an diesem Garten, der in seinem Gedächtnis entsteht, ein solches Vergnügen findet, als ob der Garten wirklich existieren würde. Millionen von Menschen haben bis heute vorausgesetzt, dass sie die Originale der Dinge gesehen haben. Folglich gibt es keinen Grund für die Menschen, dass sie sich für die Außenwelt interessieren.
Das Entfernungsgefühl ist auch eine Wahrnehmung, die im Gehirn entsteht
Stellen Sie sich eine verkehrsreiche Straße mit Einkaufszentren, Gebäuden, Autos etc. vor. Wenn Sie dieses Bild betrachten, scheint es wahr zu sein. Daran liegt es, warum die meisten Menschen nicht verstehen können, dass das Bild, das sie sehen, in ihrem Gehirn produziert wird, und sie nehmen irrtümlich alles als real existierend an. Das Bild ist so tadellos erstellt worden, dass es sehr schwer ist, zu verstehen, dass das Bild, das sie als wahr wahrnehmen, nicht das Original der äußeren Welt ist, sondern nur ein kopiertes Bild, das im Gehirn existiert.
Was ein Bild so überzeugend und eindrucksvoll macht, sind Elemente wie Abstand, Tiefe, Farbe, Schatten und Licht. Diese Elemente werden in solcher Vervollkommnung benutzt, dass sie ein dreidimensionales, buntes und klares Bild innerhalb des Gehirns ergeben. Wenn eine endlose Menge von Details dem Bild hinzugefügt wird, taucht eine Welt auf, die wir für wahr halten, obgleich wir nur mit der Welt in unserem Gehirn konfrontiert werden.
Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Auto fahren. Das Lenkrad ist eine Armlänge entfernt von Ihnen und es gibt Verkehrsampeln, die ungefähr 100 m vor Ihnen sind. Das nächste Auto ist ungefähr 10 m entfernt, es gibt auch Berge am Horizont, die sich entsprechend Ihrer Schätzung in einer Entfernung von vielen Kilometern befinden. Jedoch sind alle diese Schätzungen falsch. Weder ist das Auto, noch sind die Berge so weit entfernt von Ihnen wie Sie annehmen würden. Tatsächlich befinden sich alle Bilder nur auf einer Fläche nicht größer als eine Filmspule innerhalb des Gehirns. Die Bilder, die vom Auge wiedergegeben werden, sind zweidimensional wie die Bilder auf einem Bildschirm. Wie entsteht dann das Gefühl von Entfernung und räumlicher Tiefe?

Jemand, der Auto fährt, glaubt, dass das Lenkrad, die Strasse und die Bäume sich in einiger Entfernung von ihm befinden. Jedoch alles, was er sieht, befindet sich in Wirklichkeit auf einer einzelnen Fläche in seinem Gehirn.
Das Entfernungsgefühl beruht auf dreidimensionaler Sichtweise. Die Elemente, welche die Effekte der Entfernung und Tiefe in den Bildern verursachen, sind Perspektive, Schatten und Bewegung. Diese Art der Wahrnehmung, die “räumliche Wahrnehmung” genannt wird, wird durch sehr komplizierte Systeme zur Verfügung gestellt. Diese Systeme können wir folgendermaßen erklären: Das Bild, welches das Auge erreicht, ist zweidimensional. Das heißt, es hat Maße von Höhe und Breite. Das Gefühl der Tiefe und Entfernung resultiert aus der Tatsache, dass unsere beiden Augen zwei unterschiedliche Bilder sehen. Das Bild, das jedes unserer Augen erreicht, unterscheidet sich vom anderen. Das Gehirn setzt diese zwei unterschiedlichen Bilder zu einem einzigen Bild zusammen, um unser Gefühl für die Tiefe des Raums und die Entfernung zu bilden.
OBJEKTE, VON DENEN SIE VERMUTEN, VON IHNEN ENTFERNT ZU SEIN, SIND IN WIRKLICHKEIT INNERHALB IHRES GEHIRNS
Wir können ein Experiment durchführen, um diese Tatsache besser zu verstehen: Strecken Sie Ihren rechten Arm aus und halten Sie den Zeigefinger hoch. Konzentrieren Sie sich jetzt auf diesen Finger und schließen Sie zuerst Ihr linkes Auge und dann Ihr rechtes Auge. Da jedes Auge von zwei unterschiedlichen Bildern erreicht wird, sehen Sie, dass der Finger sich geringfügig zur Seite bewegt. Öffnen Sie jetzt beide Augen und während Sie fortfahren, sich auf Ihren rechten Zeigefinger zu konzentrieren, bringen Sie Ihren linken Zeigefinger so nah wie möglich an Ihr Auge heran. Sie werden beobachten, dass der nahe Finger zwei Bilder verursacht. Dies liegt daran, dass nun für den nahen Finger eine andere Tiefe im Vergleich zu der des weiter entfernten Fingers entsteht. Wenn Sie Ihre Augen eins nach dem anderen öffnen und schließen, sehen Sie, dass der Finger, der nah an Ihrem Auge ist, sich stärker zu bewegen scheint als der Finger, der weiter weg ist. Dies liegt am Unterschied der Bilder, die jedes Auge erreichen.




Auf diesem Bild erscheint die senkrechte Linie im Hintergrund doppelt so lang wie die Line im Vordergrund. In Wirklichkeit jedoch sind beide Linien gleich lang. Wie dieses Beispiel klar macht, bewirken Elemente wie Linien, Perspektive, Licht und Schatten, dass die Menschen manche Objekte anders sehen, als sie in Wirklichkeit sind. Tatsächlich werden alle diese Objekte an einem einzigen Ort, im Sehzentrum unseres Gehirns wahrgenommen.
Wenn ein dreidimensionaler Film gedreht wird, wird diese Technik verwendet. Bilder, die aus zwei unterschiedlichen Winkeln aufgenommen werden, werden auf denselben Bildschirm projiziert. Das Publikum trägt spezielle Brillen, die einen Farbfilter haben und das Licht polarisieren. Die Brillen filtern eines der beiden Bilder heraus, und das Gehirn wandelt die Bilder in ein einzelnes dreidimensionales Bild um.
Die Wahrnehmung von räumlicher Tiefe auf einer zweidimensionalen Retina ist der Technik sehr ähnlich, die von Künstlern verwendet wird, um dem Betrachter eines zweidimensionalen Gemäldes ein Gefühl von räumlicher Tiefe zu geben. Es gibt bestimmte Faktoren, die das Gefühl der Tiefe bilden. Diese Faktoren sind die Plazierung der Objekte relativ zueinander, die Atmosphärenperspektive, Änderungen der Textur, die lineare Perspektive, Höhe und Bewegung. Die Änderung der Textur ist bei der Bildung des Tiefengefühls sehr wichtig. Die Objekte, die uns näher sind, scheinen detaillierter zu sein als die, die sich weiter entfernt von uns befinden. Folglich ist es einfacher, die Entfernung der Objekte zu schätzen, die auf derselben Fläche gelegen sind. Außerdem vervollständigen die Effekte des Schattens und des Lichts das dreidimensionale Bild.
Der Grund, warum wir die Gemälde eines erfolgreichen Künstlers mit großer Bewunderung betrachten, sind die Eindrücke der Tiefe und der Realität, die im Gemälde erweckt werden, indem man die Elemente des Schattens und der Perspektive verwendet.
Die Perspektive resultiert aus der Tatsache, dass entfernte Objekte im Verhältnis zu nahen Objekten für den Betrachter kleiner aussehen. Wenn wir eine Landschaft betrachten, sehen entfernt stehende Bäume klein aus, während nah stehende Bäume groß aussehen. In einem Gemälde mit einem Berg im Hintergrund wird der Berg kleiner gemalt, als die Person im Vordergrund. In der linearen Perspektive benutzen Künstler parallele Linien, zum Beispiel rufen Eisenbahnschienen das Gefühl der Entfernung und Tiefe hervor, indem sie am Horizont zusammenlaufen.
Die Methode, die Maler in ihren Gemälden verwenden, gilt auch für das Bild, das im Gehirn entsteht. Die Tiefe, das Licht und der Schatten werden durch die gleiche Methode in einem zweidimensionalen Areal im Gehirn produziert. Je mehr Einzelheiten in einem Gemälde sind, desto realistischer sieht es aus und desto mehr betrügt es unsere Sinne. Wir benehmen uns so, als ob es wirkliche Tiefe und Entfernung, nämlich die dritte Dimension im Bild gäbe. Jedoch befinden sich alle Bilder, die wir sehen, auf einer zweidimensionalen Fläche. Das Sehzentrum in unserem Gehirn ist so klein wie eine Kreditkarte! Alle Bilder wie entfernte Häuser, Sterne im Himmel, der Mond, die Sonne, Flugzeuge und Vögel werden in dieses kleine Areal hineingestopft. Technischerweise gibt es keine Entfernung zwischen einem Flugzeug, das Sie etliche Kilometer entfernt sehen, und einem Glas, das Sie in Ihrer Hand halten; all diese Objekte befinden sich auf der kleinen Fläche im Wahrnehmungszentrum innerhalb Ihres Gehirns.

Ein am Horizont verschwindendes Schiff ist nicht wirklich viele Meilen entfernt von Ihnen. Das Schiff ist in Ihrem Gehirn. Die Fenstersimse, die Sie betrachten, die Pappel vor dem Fenster, die Straße vor Ihrem Haus, das Meer und das Schiff auf dem Meer entstehen im Sehzentrum des Gehirns auf einer zweidimensionalen Fläche. Gerade so wie ein Maler das Gefühl der Entfernung auf einem zweidimensionalen Leinentuch hervorrufen kann, indem er die Proportionen von Objekten und Elemente wie Farbe, Schatten, Licht und Perspektive benutzt, entsteht in unserem Gehirn in ähnlicher Weise das Gefühl der Entfernung. Folglich darf die Tatsache, dass wir Objekte so wahrnehmen, als ob diese weit entfernt von uns sind, uns nicht täuschen. Denn auch Entfernung ist eine Wahrnehmung wie alle anderen.
Eins der wichtigsten Elemente, die das Gefühl der räumlichen Tiefe bilden, ist der Unterschied in der Textur. Texturen die uns näher sind, sind detaillierter, während entferntere Texturen wenig deutlich erscheinen. Wie in der nebenstehenden Abbildung zu sehen ist, ist ein dreidimensionales Gewebe auf einem Papier mit dem Effekt der räumlichen Tiefe hergestellt worden, indem Farbe, Schatten und Licht benutzt worden sind. Obwohl alle Punkte in der obigen Abbildung weiß sind, scheinen sie schwarz und weiß zu blinken.
AUF EINER ZWEIDIMENSIONALEN FLÄCHE WIRD EIN BILD MIT RAUMWIRKUNG GESCHAFFEN
Es gibt eine sehr realistische Tiefe in allen dieser Bilder. Auf einer zweidimensionalen Leinwand kann ein dreidimensionales Bild mit räumlicher Tiefe gemalt werden, indem man Schatten, Perspektive und Licht benutzt. Dieses Element des Realismus kann abhängig von der Fähigkeit des Malers verstärkt werden. Ähnliches Fall gilt auch für unseren Sehsinn. Denn das Bild, das auf die Retinaschicht des Auges fällt, ist zweidimensional. Jedoch werden die Bilder, die unsere beide Augen erreichen, zu einem einzelnen Bild, damit unser Gehirn ein dreidimensionales Bild wahrnimmt.

 
12. Rita Carter, Mapping The Mind, S. 135
13. Treaties Concerning the Principle of Human Knowledge, 1710, Works of George Berkeley, Bd. I, A. Fraser, Oxford, 1871, S. 35-36
14. Orhan Hançerlioðlu, Düþünce Tarihi (History of Idea), Remzi Verlag, Istanbul: 1987, S.44
15. George Politzer, Principes Fondamentaux de Philosophie, S. 38-39-44

Die einzig absolute Existenz

Wer erlebt all diese Wahrnehmungen?
Bis jetzt haben wir erwähnt, dass alles, was wir wahrnehmen, in unserem Gehirn stattfindet und dass wir keine äußere Welt- oder materielle Objekte benötigen, damit diese Wahrnehmungen entstehen können. An diesem Punkt stellt sich jedoch eine wesentliche Frage:
Wie wir wissen, werden die elektrischen Impulse, die von den Zellen in unserem Auge kommen, in unserem Gehirn in Bilder umgewandelt. Das Gehirn interpretiert beispielsweise einige elektrische Impulse, die das Sehzentrum erreichen, als ein Feld voller Sonnenblumen. Es ist allerdings nicht das Auge, das sieht.
Folglich, wenn es nicht unsere Augen sind, die sehen, wer ist es dann?
Und wer ist es, der im Gehirn, das vollständig gegen Töne isoliert ist, die elektrischen Impulse als die Stimme seines engsten Freunds wahrnimmt, ohne ein Ohr zu benötigen, und der sich darüber freut, wenn er diese Stimme hört oder der sich danach sehnt, wenn er diese Stimme nicht hört?
Wer ist es, der innerhalb des Gehirns empfindet, dass er das Fell seiner Katze streichelt, ohne eine Hand, Finger oder Muskeln zu benötigen?
Und wer ist es, der Wahrnehmungen wie Hitze, Kälte, Festigkeit, und Entfernung im Gehirn empfindet?
Wer ist es, der die Gerüche der Zitronen, der Lavendelblumen, der Rosen, der Melonen, und der Orangen innerhalb des Gehirns empfindet, obwohl Gerüche niemals das Gehirn erreichen können?
Wir haben bis jetzt behandelt, dass alles, was wir wahrnehmen, innerhalb unseres Gehirns gebildet wird. Wer ist es dann, der diese Bilder, welche im Gehirn entstehen, wie auf einem Bildschirm betrachtet, und der sich über diese Bilder freuen kann, traurig sein kann, sich aufregen kann und neugierig sein kann? Wer ist für das Bewusstsein verantwortlich, das alles was es sieht und fühlt, interpretiert?
Wer ist die bewusste Wesenheit, die ihr ganzes Leben lang innerhalb des dunklen, stillen Schädels die ihr gezeigten Bilder betrachtet, die zum Denken fähig ist und Entscheidungen trifft?
Es ist offensichtlich, dass diese Wesenheit, welche alle diese Bilder wahrnimmt und das Bewusstsein hervorruft, nicht das Gehirn sein kann, das aus unbewussten Atomen besteht und aus Substanzen wie Wasser, Öl und Protein gebildet wird. Es muss ein Wesen jenseits des Gehirns geben. Daniel Dennet erwägt die oben genannte Frage in einem seiner Bücher, obwohl er ein Materialist ist, wie folgt:
Wie können meine bewussten Gedanken und besonders die Freude, die ich am Sonnenlicht, an Vivaldi und an sich schwach bewegenden Zweigen finde, physikalische Vorgänge sein, die in meinem Gehirn entstehen? Wie könnte irgendeine Kombination elektrochemischer Vorgänge sich in meinem Gehirn zu den hunderten im Einklang mit der herrlichen Musik sich wiegenden Zweigen zusammenaddieren? Wie kann irgendein Informati-onsverarbeitungsprozess in meinem Gehirn die feine Wärme des Sonnenlichts sein, das ich empfinde? Wie kann sogar ein Vorgang in meinem Gehirn das gedankliche Bild einer anderen Informationsverar-beitung in meinem Gehirn sein? Dies scheint unmöglich. Es scheint, als ob die Ereignisse, die meine bewussten Gedanken und Erfahrungen sind, nicht die Vorgänge des Gehirns sein können, aber es muss etwas anderes sein, etwas, was durch Ereignisse im Gehirn verursacht oder hergestellt wurde, kein Zweifel, aber zusätzlich etwas, das aus etwas anderem besteht und an einem andern Ort existiert. Nun, warum eigentlich nicht? 25
IN DER ABSOLUTEN STILLE IHRES GEHIRNS IST ES IHRE SEELE, DIE EINER
KONFERENZ ZUHÖRT
Menschen in einem Saal, die einem Redner aufmerksam zuhören, könnten denken, die Worte denen sie zuhören, kämen aus dem Mund des Redners und der Redner hält seinen Vortrag in der festen Überzeugung, dass das Publikum ihn hören kann. Jedoch ist die Wirklichkeit vollständig anders und ein außerordentliches Wunder findet statt, ein Wunder, das keiner der Anwesenden bemerkt.
In Wirklichkeit hält der Redner den Vortrag nur in der Einbildung seines Gehirns, während die Zuhörer dem Vortrag wiederum nur in der Einbil-dung ihrer Gehirne zuhören. In der Tat erleben alle Menschen im Saal, die überzeugt sind, dass sie tatsächlich in diesem Saal sitzen, all diese Ereignisse nur in ihrem Gehirn, und es gibt ein Wesen im Gehirn jeder Einzelperson im Saal, welches die elektrischen Ströme als die Stimme des Redners hört, und dieses Wesen benötigt keine Ohren.
Dieses Wesen erfährt alles so realistisch, dass die Menschen nicht begreifen können, dass sie nicht den tatsächlichen Ton wahrnehmen. Dieses Wesen, das von Allah durch Seine einzigartige Schöpfung erschaffen wurde, ist die SEELE. Trotz der tiefen Stille innerhalb des Gehirns hört die Seele alles vollkommen und klar, genau dem Original entsprechend.
R. L. Gregory bezieht sich auf diesen generellen Irrtum in bezug auf die Wahrnehmung von Bildern im Gehirn folgendermaßen:
Man sollte nicht der Versuchung anheim fallen zu behaupten, dass die Augen im Gehirn Bilder hervorrufen. Ein “Bild im Gehirn” würde eine Art inneres Auge erforderlich machen um das Bild zu sehen – doch um das Bild dieses Auges sehen zu können, würde man ein weiteres Auge benötigen, und so müsste es weiter gehen in einer endlosen Folge von Augen und Bildern. Doch das ist absurd.26
Dies ist der entscheidende Punkt, der die Materialisten, die nichts anderem als der Materie einen Realitätsanspruch zugestehen, in ein Dilemma stürzt. Wer ist es, dem das sehende “innere Auge” gehört und der wahrnimmt, was es sieht und darauf reagiert?
Karl Pribram beschreibt die Suche der Wissenschaft und der Philosophie nach der Identität des Wahrnehmenden:
Seit der griechischen Antike grübeln die Philosophen über “den Geist in der Maschine”, “den kleinen Menschen im Menschen” usw. Wo ist das Ich die Entität die das Gehirn benutzt? Wer ist es, der den Akt des Wissens vollzieht? Oder, wie der Heilige Franziskus von Assisi sagte: “Wir halten Ausschau nach dem, was Ausschau hält.” 27
Obgleich viele Menschen sich dieser Wirklichkeit annähern, wenn sie die Frage beantworten, “wer die Wesenheit ist, die sieht”, zögern sie, all ihre Implikationen zu akzeptieren. Wie in den oben erwähnten Beispielen dargelegt wurde, hat man für die Wesenheit, die unsere Persönlichkeit bildet, die Begriffe “der kleine Mensch”, “Geist in der Maschine”, “Wesen, das das Gehirn benutzt” und “inneres Auge” verwendet. All diese Bezeichnungen sind verwendet worden, um eine bewusste Existenz jenseits des Gehirns zu definieren. Aber die Menschen, die diese Begriffe verwendeten, konnten wegen ihrer materialistischen Ansichten die wahre Natur dessen, der tatsächlich das Sehende, das Hörende ist, nicht erkennen.
Die einzige Quelle, die diese Frage beantwortet, ist die Religion. Im Quran gibt Allah an, dass Er den Menschen zuerst erschaffen und ihm dann von Seinem Geist eingehaucht hat:
Und als dein Herr zu den Engeln sprach: “Seht, Ich erschaffe einen Menschen aus trockenem Lehm, aus formbarem Schlamm. Und wenn Ich ihn gebildet und ihm von meinem Geist eingehaucht habe, dann werft euch vor ihm nieder!” (Sure 15:28-29 – Al-Hidschr)
Dann formte Er ihn und blies von Seinem Geist in ihn. Und Er gab euch Gehör, Gesicht, Gefühl und Verstand. Wenig Dank erweist ihr Ihm! (Sure 32:9 – al-Sadschda)
Das heißt, der Mensch hat außer seinem Körper noch eine andere Existenz. Diese Existenz, welche die Bilder innerhalb des Gehirns “sieht”, alle Töne innerhalb seines Gehirns “hört”, sich ihrer eigenen Existenz bewusst ist und sagt “Ich bin ich”, ist die Seele, die Allah in den Menschen geblasen hat.
Jeder vernünftige und gewissenhafte Mensch wird sofort begreifen, dass die Wesenheit, die jedes Ereignis während seines ganzen Lebens auf dem Bildschirm innerhalb seines Gehirns betrachtet, seine Seele ist. Jeder Mensch hat eine Seele, die sehen, hören und denken kann, ohne Augen, Ohren oder ein Gehirn zu benötigen.
Die materialistische Weltanschauung, welche behauptet, dass Materie die einzige absolute Existenz ist und annimmt, dass das menschliche Bewusstsein nur ein Ergebnis der chemischen Reaktionen im Gehirn ist, befindet sich in einer Sackgasse in bezug auf dieses Thema. Um dies sehen zu können, wird es sehr lehrreich sein, einem Materialisten die folgenden Fragen zu stellen:
Î Das Bild entsteht in unserem Gehirn, aber wer betrachtet dieses Bild in unserem Gehirn?
Î Versuchen Sie, sich Ihren Nachbarn vorzustellen, der im unteren Stock wohnt und in diesem Moment nicht bei Ihnen ist. Wer ist es, der diese Person in Ihrem Gehirn mit allen Einzelheiten bis zu den Details ihrer Kleidung, Falten in seinem Gesicht, bis zu seinem weißen Haar, zum Klang seiner Stimme, zu seiner Redeweise usw. so klar sehen kann?
KANN IN EINEM STÜCK FLEISCH EIN BILD MIT SOLCHER QUALITÄT ENTSTEHEN?
Ein Materialist ist nicht imstande, eine zufrieden stellende Antwort auf solche Fragen zu geben. Die einzige Erklärung dieser Fragen ist die Existenz der Seele, die Allah den Menschen gegeben hat. Materialisten nehmen jedoch außer Materie keine andere Wesenheit an. Aus diesem Grund versetzt die außergewöhnliche Wahrheit, die in diesem Buch erklärt wird, den atheistischen materialistischen Gedanken einen massiven Schlag, und die Materialisten lehnen vehement ab, über dieses Thema nachzudenken und darüber zu debattieren.
Wer lässt unserer Seelen diese Bilder zu betrachten?
An diesem Punkt gibt es eine andere Frage, die gestellt werden sollte: Unsere Seele betrachtet die Bilder in unserem Gehirn. Aber wer ruft diese Bilder hervor? Kann das Gehirn selbst ein helles, buntes, leuchtendes, schattenhaftes Bild erzeugen und in einem winzigen Areal aus elektrischen Impulsen eine riesengroße Welt entstehen lassen? Das Gehirn ist nichts anderes als ein nasses, weiches, gekrümmtes Stück Fleisch. Könnte ein einfaches Stück Fleisch wie dieses ein Bild ohne irgendein Bildrauschen schaffen, das klarer ist als Bilder, die von einem Fernsehgerät mit der neuesten Technologie zur Verfügung gestellt werden? Kann ein Bild solcher hoher Qualität innerhalb eines Stücks Fleisch gebildet werden? Kann dieses nasse Stück Fleisch einen noch hochwertigeren Stereoton als ein Hi-Fi Gerät mit der besten Technologie ohne irgendwelche Störgeräusche bilden? Selbstverständlich ist es unmöglich, dass ein Fleischstück mit einem Gewicht von 1.5 Kilogramm wie das Gehirn solch vollkommene Wahrnehmungen bilden kann.
An diesem Punkt gelangen wir zu einer anderen Wahrheit. Da alles, was wir um uns herum sehen, auch unser Körper, unsere Hände, Arme und Gesichter, die uns gehören, Schattenwesen sind, dann ist auch unser Gehirn ein Schattenwesen. Dann allerdings können wir nicht sagen, dass das Gehirn, das selbst nur eine visuelle Wahrnehmung ist, diese visuellen Wahrnehmun-gen bildet.
Bertrand Russell weist auf diese Wahrheit in seiner Arbeit “Das ABC der Relativität” hin:
Selbstverständlich muss, wenn Materie im Allgemeinen als Gruppierung von Ereignissen interpretiert werden soll, dies auch für das Auge, den optischen Nerv und das Gehirn gelten.28
Der berühmte Philosoph Bergson, der diese Tatsache erkennt, sagt in seinem Buch Materie und Gedächtnis, dass ”die Welt aus Bildern besteht, diese Bilder nur in unserem Bewusstsein existieren, und das Gehirn selbst eins dieser Bilder ist.” 29
Wer ist es also, der diese Bilder in ihrer ganzen Wirklichkeit und Klarheit unserer Seele zeigt, und uns ein Leben mit all diesen Wahrnehmungen und ohne irgendwelche Unterbrechungen führen lässt?
Der, der unserer Seele alle Bilder zeigt, der sie alle Töne hören lässt, der alle Geschmäcke und Gerüche zu unserem Vergnügen erschaffen hat, ist Allah, der Herr und Schöpfer aller Welten.
Eines der größten Dilemmata des Materialismus: Das menschliche Bewusstsein
Materialistische Philosophie kann die Quelle des menschlichen Bewusstseins, die qualitativen Eigenschaften, welche zur menschlichen Seele gehören, nicht erklären. Gemäß der materialistischen Philosophie glaubt man nur an die Existenz der Materie. Bewusstsein, Denkvermögen, Entscheidungs-prozesse, Glücklichkeit, Aufregung, Sehnsucht, Genuss und Urteilsvermögen, die zur menschlichen Seele gehören, können mit keinem materialistischen Konzept erklärt werden. Die Materialisten übergehen dieses Thema, indem sie sagen, dass “menschliches Bewusstsein nur das Ergebnis von Hirnfunktionen ist”. Ein materialistischer Wissenschaftler, Francis Crick fasst diesen materialistischen Anspruch folgendermaßen zusammen:
Ihre Freuden und Ihre Sorgen, Ihre Erinnerungen und Ihr Ehrgeiz, Ihr Gefühl der persönlichen Identität und Ihr freier Wille sind eigentlich nichts anderes als Bewegungen vieler Nervenzellen und ihrer verbundenen Moleküle.30
Diese Behauptung kann weder wissenschaftlich noch logisch verteidigt werden. Vorurteile verführen die Materialisten, solche Erklärungen hinsichtlich der Eigenschaften der menschlichen Seele abzugeben. Um die Tatsache nicht zugeben zu müssen, dass es Wesen jenseits der materiellen Welt gibt, versuchen sie, menschliche Intelligenz auf Materie zurückzuführen, und sie stellen Behauptungen auf, die keine Beziehung zu Intelligenz oder Logik haben.
Der Wissenschaftsautor John Horgan gesteht wie folgt ein, dass die Behauptung von Francis Crick unannehmbar ist, obgleich er der Anhänger der in Rede stehenden materialistischen Schule namens “Reduktionismus” ist:
In gewisser Hinsicht hat Crick Recht. Wir sind nichts anderes als ein Packen von Neuronen. Gleichzeitig ist die Neurologie bis jetzt ungewöhnlich unbefriedigend gewesen. Den Verstand mit Neuronen zu erklären hat uns nicht mehr Verständnis oder Nutzen gebracht, als den Verstand mit Quarks und Elektronen zu erklären. Es gibt viele alternative reduktionistische Ansätze. Wir sind nichts anderes als ein Packen idiosynkratischer Gene. Wir sind nichts anderes als Anpassungen, die durch natürliche Auswahl Form und Gestalt gewinnen. Wir sind nichts anderes eine Ansammlung von rechnenden Maschinen die für unterschiedliche Aufgaben vorgesehen sind. Wir sind nichts anderes als Haufen sexueller Neurosen. Diese Verkündigungen sind wie Francis Cricks Behauptung verteidigungsfähig, jedoch sind sie alle unzulänglich.31
Selbstverständlich sind diese Erklärungen alle unzureichend und sie sind definitiv nicht logisch. Selbst die fanatischsten Materialisten wissen das. So ist es denn nicht überraschend, dass Thomas Huxley, der vorderste Fürsprecher von Darwin an, dass Bewusstsein nicht durch die Interaktion von Neuronen erklärt werden kann: ”Wie kann so etwas Außer-gewöhnliches wie das Bewusstsein als Folge gegenseitiger Einflüsse von Nervengewebe entstehen? Das ist genau so unerklärlich wie das Erscheinen des Geists, als Aladin seine Wunderlampe rieb.” 32
Es ist eine offensichtliche Tatsache, dass Nervenzellen niemandem Bewusstsein, Intelligenz, Denkfähigkeit, Sprache und Gefühle wie Liebe, Mitleid und Sehnsucht geben können.
Von der Zeit Huxleys bis heute hat sich die Tatsache, dass das menschliche Bewusstsein durch Neuronen nicht erklärt werden kann, nicht geändert. Doch der Grund dafür ist nicht die Unzulänglichkeit der wissenschaftlichen Erfindungen hinsichtlich dieses Themas. Im Gegenteil wurden gegen Ende des 20. Jahrhunderts im Bereich der Neurologie viele Entdeckungen gemacht, und viele Rätsel der Wissenschaft wurden gelöst. Jedoch haben diese Entdeckungen gezeigt, dass menschliches Bewusstsein nicht auf Materie zurückgeführt werden kann und dass es notwendig ist, nach einer Wirklichkeit jenseits der Materie zu suchen. Einer der führenden darwinistisch – materialistischen Autoren in Deutschland, Hoimar von Ditfurth, bekennt auch die Tatsache, dass die üblichen wissenschaftlichen Methoden das menschliche Bewusstsein nicht beschreiben können:
Mit unserer gegenwärtigen Forschung in der Naturgeschichte und mit der genetischen Entwicklung ist ganz offensichtlich geworden, dass wir nicht imstande sein werden, eine Antwort auf die Fragen zu geben, was das Bewusstsein, Geist, Intelligenz und Gefühle sind.Denn die Ebene des psychischen Bewusstseins ist die höchste, die die Evolution erreicht hat, zumindest in dieser Welt. Auch wenn wir andere Evolutionsstufen erkennen können, indem wir uns über sie erheben, wozu wir wieder unser Bewusstsein brauchen, können wir das Bewusstsein selbst nicht in ähnlicher Weise erkennen. Das liegt daran, das wir keine höhere Ebene als das Bewusstsein zur Verfügung haben.33
Der amerikanische Philosoph und Dr. der Mathematik, William A. Dembski, erklärt in seinem Artikel “Materie in Verstand Umwandeln”, dass die biochemische Funktion der Neuronen im menschlichen Gehirn inzwischen verstanden wurde und dass man weiß, welche geistigen Funktionen mit ihnen in Verbindung stehen, obgleich Eigenschaften wie Entschlusskraft, etwas wünschen oder logisches Denken nicht auf “Materie zurückgeführt werden können”. Dembski unterstreicht auch, dass man den Fehler des Reduktionismus begriffen habe:
… Erkenntnistheoretiker geben die Hoffnung, man könne das Bewusstsein von der unteren Ebene der Neurologie aus begreifen… Obwohl die Festlegung auf den Materialismus bestehen bleibt, ist die Hoffnung auf die Erklärung menschlicher Intelligenz von der der neuronalen Ebene aus, die für die Materialisten die logische Ebene darstellt, keine ernsthafte Überlegung.34
Es ist unmöglich, das Bewusstsein mit einem materialistischen Weltbild zu beschreiben, ungeachtet des wissenschaftlichen Fortschritts. Je mehr Details über das Gehirn gefunden werden, desto deutlicher wird, dass Verstand nicht auf Materie reduzierbar ist. Die Materialisten müssen ihre Vorurteile aufgeben, sorgfältig nachdenken und weiter forschen, wenn sie das Konzept des menschlichen Bewusstseins wirklich verstehen wollen. Denn es ist unmöglich, das Wesen des Bewusstseins durch die Materie zu definieren. Das Bewusstsein ist eine Funktion der Seele, die Allah den Menschen gegeben hat.
Fragen an die Materialisten
Es ist völlig unlogisch, zu behaupten, dass Gedanken, Urteilsvermögen, Entscheidungskraft und Gefühle wie Glücklichkeit, Aufregung und Enttäuschung die Resultate der Interaktion von Neuronen im Gehirn eines Menschen sind. Materialisten, die über dieses Thema gründlich nachdenken, wissen um diese Wahrheit. Der berühmte Materialist Karl Lashley gab gegen Ende seiner Karriere den folgenden Kommentar ab, obwohl er jahrelang die Idee verteidigt hatte, dass menschliches Bewusstsein auf Materie zurückgeführt werden könnte:
Ob die Beziehung zwischen Verstand und Körper als ein echtes metaphysisches Thema oder als eine systematisierte Täuschung betrachtet wird, ist es für den Psychologen (und für den Neurologen, wenn er sich mit menschlichen Problemen beschäftigt) immer ein Problem….Wie kann das Gehirn als ein physikalisch-chemisches System irgendetwas wahrnehmen oder wissen oder vortäuschen das es dies tut? 35
Lashley lenkte mit einer einzigen Frage die Aufmerksamkeit auf diesen Widerspruch. Jedoch gibt es viele andere Details, welche die Materialisten betrachten müssen. Die unten erwähnten Erklärungen sind nur einige der Punkte, welche die Sackgasse der materialistischen Sichtweise veranschaulichen, und über die man gewissenhaft nachdenken sollte:
Î Zu behaupten, dass die Gedanken, Aufregungen und Gefühle Produkte von Neuronen sind, ist dasselbe, wie zu behaupten, dass sie die Produkte bewusstseinsloser Atome sind, aus denen die Neuronen bestehen, oder die Produkte subatomarer Teilchen wie der Quarks oder Elektronen.
Î Bewusstseinslose Atome können das Gefühl des Glücks oder der Traurigkeit nicht wissen, und sie können an Musik, an Speisen, an einer Freundschaft oder an einer Plauderei mit einem Freund nie Freude finden.
Î Bewusstseinslose Atome können keine Darwinisten oder Materialisten sein und sie können nicht zusammenkommen, um ein Buch zu schreiben.
Î Bewusstseinslose Atome können sich nicht selbst oder die Nervenzellen die sie bilden, unter einem Elektronenmikroskop untersuchen, und sie können nicht forschen und durch ihre Forschung wissenschaftliche Lösungen erreichen.
Î Was bedeutet die Erklärung “Das Bewusstsein ist in den Neuronen unseres Gehirns”? Neuronen bestehen genau wie andere Zellen aus der Zellmembran, Mitochondrien, DNS und Ribosomen. Wo liegt das Bewusstsein in diesen Organellen entsprechend der materialistischen Auffassung? Wenn Materialisten annehmen, dass das Bewusstsein ein Resultat der chemischen Reaktionen zwischen den Neuronen und der elektrischen Impulse ist, irren sie sich, weil sie uns kein einziges Beispiel einer “chemischen Reaktion mit Bewusstsein” zeigen können. Sie können uns auch keine elektrische Welle zeigen, die auf einem bestimmten Spannungsniveau zu “Denken” beginnt.
Wenn die Materialisten über diese Themen sorgfältig nachdenken, werden sie begreifen, dass alle Menschen, sie selbst eingeschlossen sich von Neuronengruppen oder Ansammlungen von Atomen unterscheiden. Der Gehirnspezialist Wolf Singer erkannte diese Tatsache an, obwohl er Materialist ist:
In dieser verwirrenden Materie des Universums gibt es “etwas”, das sich selbst wahrnehmen kann und sagt “Ich bin”. 36
Dieses “Etwas”, auf das der Wissenschaftler hinweist, ist tatsächlich die Seele, die Allah dem Menschen gegeben hat. Aufgrund dieser Seele ist der Mensch ein Wesen, das denken, sich freuen, sich aufregen, neue Gedanken hervorbringen, sich anderen Ideen widersetzen kann und das Konzepte wie Ehre, Respekt, Liebe, Freundschaft, Loyalität, Sicherheit und Ehrlichkeit kennt. Die Neuronen und Atome, aus denen die Neuronen bestehen, können nicht denken, keine Entscheidung treffen, keine philosophische Idee hervorbringen, und sie kennen das Gefühl der Liebe, des Mitleids und der Zuneigung nicht.
Materialisten glauben ohne alle Überlegung, dass ihre materialistischen Vorurteile den Anforderungen der Wissenschaft und der Vernunft entsprechen. Durch die unvernünftige Logik, mit der sie den Materialismus verteidigen, bringen sie sich selbst in eine Zwangslage und fügen sich damit großen Schaden zu. Ein Mensch, der sagt: “Unsere Gedanken sind das Produkt unserer Atome und Neuronen”, sie unterscheiden sich nicht von einem Menschen, der seine Träume für wirkliches Leben hält oder unglaubliche Geschichten erdichtet und dann selbst an sie glaubt.
Die Wahrheit ist die: Der Mensch ist ein Wesen, das eine Seele besitzt, die ihm von Allah gegeben wird und das mit dieser Seele denkt, spricht, sich freut, Entscheidungen trifft, Zivilisationen bildet und über Staaten herrscht.
25. Daniel C. Dennett, Consciousness Explained, Little, Brown and Company, NY 1991, S. 26-27
26. R. L. Gregory, Eye and Brain: The Psychology of Seeing, S. 9
27. Karl Pribram, David Bohm, Marilyn Ferguson, Fritjof Capra, Holografik Evren I (Holographisches Universum I), Kuraldýþý Verlag, Istanbul, 1996, S. 37
28. Bertrand Russell, ABC of Relativity, George Allen and Unwin, London, 1964, S. 160-161
29. George Politzer, Principes Fondamentaux de Philosophie, (Übersetzt aus dem Türkischen: Felsefenin Baþlangýç Ilkeleri, Istanbul, Sosyal Verlag, 1989), S. 196
30. John Horgan, The Undiscovered Mind: How the Human Brain Defies Replication, Medication, and Explanation, New York:Free Press, 1999, S. 258-259
31. John Horgan, The Undiscovered Mind: How the Human Brain Defies Replication, Medication, and Explanation, S. 258-259
32. John Horgan, The Undiscovered Mind: How the Human Brain Defies Replication, Medication, and Explanation, S. 229
33. Hoimar Von Ditfurth, The Spirit did not Fall from the Sky, Übersetzt aus dem Englischen, S. 13
34. William A. Dembski, Converting Matter into Mind, 1998, www.arn.org
35. William A. Dembski, Converting Matter into Mind, 1998, www.arn.org
36. Cumhuriyet Bilim Teknik Dergisi (Cumhuriyet Zeitschrift der Wissenschaft und Technologie), 7 Juli 2001, Nr. 746, S. 18; Der Spiegel, 1/2001

Die Ewigkeit begreifen

Die Ewigkeit ist in Allahs Gedächtnis verborgen


Kein einziger Moment, den ein Mensch erlebt, geht verloren. Jeder Moment bleibt für immer in seiner ganzen Vitalität in Allahs Gedächtnis erhalten.

Einige Menschen, die nicht völlig verstehen, dass die Materie tatsächlich eine Ansammlung der Wahrnehmungen ist, die im Gehirn gebildet werden, ziehen falsche Schlüsse. Manche Menschen nehmen die Erklärungen darüber, dass die Materie eine Illusion ist, so wahr, als ob gesagt würde, dass die Materie nicht existiere. Einige jedoch nehmen an, dass die Materie nur dann als Illusion existiere, wenn wir sie sehen, aber wenn wir sie nicht sehen, die Materie nicht existiert. Keine dieser Ideen ist korrekt.
Zu allererst ist es definitiv falsch, zu sagen, dass die Materie nicht existiert, oder dass die Menschen, Bäume oder Vögel nicht existieren. Alle diese Wesen existieren und sind von Allah erschaffen worden. Aber, wie wir seit vom Anfang dieses Buches erklärt haben, hat Allah alle diese Wesen als ein Bild oder eine Wahrnehmung erschaffen. Das heißt, nachdem Allah diese Wesen erschaffen hatte, gab Er ihnen kein konkretes unabhängiges Bestehen. Jedes von ihnen wird in jedem Augenblick neu erschaffen.
Egal ob wir sie sehen oder nicht, befinden sich all diese Wesen in aller Ewigkeit in Allahs Gedächtnis. All jene Wesen, die vorher existiert haben und die nach uns existieren werden, sind von Allah bereits in einem einzigen Moment erschaffen worden. Die Zeit ist eine Illusion; Allah hat die Zeit erschaffen und Er ist unabhängig von der Zeit. Folglich sind auch jene Wesen, die für uns in der Zukunft existieren werden, vor Allah “in einem Augenblick”" erschaffen worden und sie existieren zu diesem Zeitpunkt. Aber wir können sie noch nicht sehen, weil wir von der Zeit abhängig sind.
Gerade wie die Wesen, die wir in Zukunft sehen können oder die für uns zukünftig existieren werden, in Allahs Gedächtnis in jedem Moment vorhanden sind, hören auch die Wesen in der Vergangenheit nicht auf zu existieren, sondern sie sind in gleicher Weise anwesend in Allahs Gedächtnis. Wenn Sie beispielsweise jetzt ein Fötus in der Gebärmutter Ihrer Mutter wären, der Tag, an dem Sie gelernt haben zu reden und schreiben, der Moment, wenn Sie in der Schule Ihr erstes Zeugnis bekommen haben, der Moment, an dem Sie zum ersten Mal Auto gefahren sind, als eine alte Frau Sie anlächelte, als Sie ihr Ihren Sitzplatz im Bus überlassen haben, solche Ereignisse, die Sie in der Vergangenheit erlebt haben, befinden sich zusammen mit allen Momenten, die Sie in Zukunft erleben werden, in diesem Augenblick in Allahs Gedächtnis und werden dort in alle Ewigkeit bleiben.


Jeder Zustand des Schmetterlings, den Sie auf dem Bild sehen – von der Zeit, in der er ein Ei ist, bis dass er sich verpuppt, von der Zeit, wann er seinen Kokon verlässt und zu fliegen beginnt, bis zu der Zeit, wenn er stirbt – ist vor Allah ganz lebhaft vorhanden. Vor Allah verlässt der Schmetterling seinen Kokon jetzt, beginnt jetzt zu fliegen und stirbt und fällt auf den Boden jetzt.

Nehmen Sie an, dass Sie einen kleinen Stein vor sich her treten, während Sie einen Weg entlang gehen. Die Zeit, da Sie diesen Stein treten würden, ist in Ihrem Schicksal bestimmt und erschaffen worden, sogar noch bevor Sie geboren waren. Jede Phase, wann dieser Stein von einem noch größeren Felsen fiel, wann seine jede Vertiefung und Erhebung gebildet wurden, ist in Allah anwesend, sogar bevor Sie den Stein treten.
Das Gleiche gilt auch für einen toten Schmetterling, den Sie in einem Mülleimer sehen oder für ein trockenes Blatt, das von einem Baum auf Ihren Kopf fällt. Von der Zeit, zu der der Schmetterling noch eine Raupe war, bis zu der Zeit, da er seinen Kokon verließ, von der Zeit, zu der seine Flügel getrocknet wurden, bis zur Zeit, als er in den Müll geworfen wird, alles war in seinem Schicksal vorherbestimmt. Vor Allah fahren der lebende und tote Schmetterling fort, zu existieren und werden fortfahren, ewig zu existieren.
Alle Ereignisse sind auf der “Wohlverwahrten Tafel” eingetragen
Wie wir im vorangehenden Kapitel erklärt haben, hat Allah alles, dass wir als Vergangenheit und Zukunft wahrnehmen, in einem einzigen Augenblick erschaffen. Im Quran teilt Allah mit, dass die Schicksale jedes Menschen und jedes anderen Geschöpfs auf der wohlverwahrten Tafel (Mutter der Schrift) verborgen sind:
Und er ist fürwahr in der Urschrift bei Uns eine erhabene und weise. (Sure 43:4 – az-Zukhruf)
…Und bei Uns ist ein alles aufbewahrendes Buch. (Sure 50:4 – Qaf)
Und es gibt nichts Verborgenes im Himmel und auf Erden, das nicht in einem deutlichen Buch stünde. (Sure 27:75 – an-Naml)
In einem anderen Vers sagt Allah, dass alles, was in den Himmeln und auf Erden geschieht, in diesem Buch steht.
Und die Ungläubigen sagen: “Die Stunde trifft bei uns niemals ein.” Sprich: “Aber doch! Fürwahr, bei meinem Herrn, sie wird bei euch eintreffen. Dem, der das Verborgene kennt, entgeht nicht das Gewicht eines Stäubchens in den Himmeln und auf Erden, noch gibt es etwas kleineres oder größeres als das, das nicht in einem offenkundigen Buch stünde.” (Sure 34:3 – Saba)
Es wird in diesen Versen aufgedeckt, dass alles – belebt und unbelebt – und jedes Ereignis, das vorkommt, seitdem das Universum erschaffen wurde, Allahs Schöpfung ist und folglich in Seinem Wissen ist. Das heißt, alles dies befindet sich in “Allahs Gedächtnis”. Die Mutter der Schrift jedoch ist eine Manifestation des Attributs Allahs Al-Hafieth (der Erhalter, der Beschützer).
Vergangenheit und Zukunft werden tatsächlich “jetzt” erlebt
Da vor Allah die Zeit nicht existiert, geschehen alle Ereignisse in einem einzigen Moment, das heißt “jetzt”. Alle Ereignisse, die wir als die Vergangenheit oder Zukunft bezeichnen, werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt von Allah viel klarer und lebhafter erlebt, als wir diese wahrnehmen. In diesem Moment zum Beispiel wirft der Prophet Jonas (Yunus) im beladenen Schiff die Würfel und verliert dabei; Prophet Joseph (Yusuf) wird in diesem Moment von seinen Brüdern in die Tiefe des Brunnens geworfen, er isst jetzt sein erstes Abendessen im Gefängnis und er verlässt jetzt das Gefängnis.
In diesem Moment spricht Maria mit Gabriel; Prophet Jesus wird in diesem Moment geboren. In diesem Moment schlägt Prophet Noah die ersten Nägel seiner Arche ein, und in an diesem Moment verlässt er die Arche mit seiner Familie an einem Ort, den Allah für sie gewählt hat. Die Mutter von Moses verlässt ihn in einem Kasten in den Fluss in diesem Moment, jetzt bekommt Prophet Moses seine erste Offenbarung von der rechten Seite des Tales aus dem Baume, Prophet Moses schlägt mit seinem Stab das Meer und es teilt sich an diesem Moment, Pharao ertrinkt mit seinen Heerscharen in diesem Moment, Moses spricht mit Al-Khidr und Al-Khidr richtet die Mauer der zwei Waisenkinder an diesem Moment auf. Diejenigen beten Dhu-l-Qarnain (der Zweihörnige) in diesem Moment darum, dass er einen Wall baut, damit sie sich selbst schützen können und Dhu-l-Qarnain baut den Wall jetzt, der bis zum Jüngsten Tag nicht überklettert und durchlöchert werden kann. Prophet Abraham warnt seinen Vater, schlägt die Götzen in Stücke in diesem Moment und das Feuer, in das sein Volk ihn geworfen hat, gibt Abraham Kühle in diesem Moment. Prophet Muhammad (s.a.w.s) bekommt in diesem Moment eine Offenbarung von Gabriel und genau in diesem Moment wird er von der Heiligen Moschee zu der Fernen Moschee hinweggeführt. In diesem Moment regnet es auf das Volk Lots Backsteine nieder. Die Bewohner im Paradies lagern auf erhöhten Sitzen und unterhalten sich miteinander in diesem Moment. Die Bewohner in der Hölle gehen in diesem Moment ins flammende Feuer ein, und sie befinden sich in großem Kummer und Reue, die nicht wieder gutgemacht werden kann.


Ereignisse in der Vergangen-heit werden in Allahs Gedächtnis wie aktuelle Ereignisse ganz lebhaft und klar erlebt. Die Arbeiter, die die Pyramiden gebaut haben, tragen ihre Materialien jetzt und sie sind jetzt ermüdet und sie trinken jetzt Wasser.

Allah sieht und hört alle diese Ereignisse in diesem Moment mit einer viel größeren Klarheit, als wir es uns vorstellen können. Allah kann Töne verschiedener Frequenzen hören, die wir nicht hören können und Er kann Bilder sehen, die wir nicht sehen können. Alle Ereignisse und Töne, die wir wahrnehmen und nicht wahrnehmen können, sind vor Allah immer anwesend und werden mit ihrer ganzen Lebhaftigkeit zu jeder Zeit erlebt. Nichts geht verloren, alles wird in Allahs Gedächtnis mit allen Details erlebt.


Prophet Moses und sein Volk fliehen jetzt durch das geteilte Meer und werden genau in diesem Augenblick gerettet. Pharao und seine Heerscharen werden im geteilten Meer jetzt von den Wogen verschlungen und ertrinken. Noahs Arche und Salomos Palast werden jetzt gebaut. Alle diese Ereignisse sind jetzt im Allahs Gedächtnis viel lebhafter und deutlicher anwesend, als wir wissen können.

Diese Tatsache gilt auch für Ihr Leben, zum Beispiel wird der Grundstein des Hauses, das Ihnen von Ihrem Großvater hinterlassen wurde, in diesem Moment gelegt. Ihr Vater kommt jetzt in diesem Haus auf die Welt. Der Moment, an dem Sie begannen zu sprechen, geschieht jetzt. Sie essen die Mahlzeit, die Sie “tatsächlich” in 10 Jahren essen werden, genau an diesem Augenblick.


Jeder Moment ist in Allahs Gedächtnis als ein einziger Moment präsent, – von der Zeit, zu der ein Samen von einem Bananenbaum fällt, bis zu der Zeit, wenn diese Bananen vom Baum gepflückt, verpackt und auf den Markt gebracht werden, dann im Markt verkauft, nach Hause gebracht und in einen Fruchtkorb gelegt werden. Jeder Moment befindet sich ganz lebhaft bei Allah. Kein Zustand der Banane verschwindet bei Allah, sondern bleibt für immer aufbewahrt.

Die Wirklichkeit, die uns all diese Beispiele wieder und wieder zeigen, ist folgende: Kein Moment, kein Ereignis und kein Wesen sind verloren gegangen und wird nie verloren gehen. Ein Film, den wir im Fernsehen betrachten, wurde auf einem Magnetband aufgenommen und besteht aus Bildern. Doch nur weil wir die Bilder des Films gerade jetzt nicht anschauen, bedeutet, das nicht, dass sie nicht existieren. Dasselbe gilt auch für die Ereignisse, die wir “Vergangenheit” und “Zukunft” nennen.
Es ist sehr wichtig, einen Punkt richtig zu verstehen: Keines von diesen Bildern ist wie eine Erinnerung oder ein Traum. Alle diese Bilder sind so lebhaft wie dieser Moment, den Sie gerade erleben. Alles wird ganz lebendig aufbewahrt. Da Allah uns diese Bilder nicht mehr wahrnehmen lässt, nennen wir sie vergangene, erlebte Ereignisse. Allah kann uns diese Bilder zeigen, wann immer Er wünscht, indem Er uns die Wahrnehmungen gibt, die zu diesen Ereignissen gehören, und Er kann uns diese Ereignisse erleben lassen.



Jeder Moment des Abbruchs dieses Gebäudes ist in Allahs Gedächtnis vorhanden. Jeder Moment – vom Legen des Grundsteins bis zu dem Moment, wenn es zerstört wird – wird für immer anwesend sein, ohne verloren zu gehen.

Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, dass für Allah Vergangenheit und Zukunft dasselbe sind. Aus diesem Grund ist vor Allah nichts verborgen, worauf auch in diesem Vers hingewiesen wird:
(Luqman sagte:) “O mein Sohn! Siehe, hätte es auch nur das Gewicht eines Senfkorns und wäre es in einem Felsen oder in den Himmeln oder in der Erde verborgen, Allah brächte es ans Licht. Allah ist fürwahr zielsicher und kundig.” (Sure 31:16 – Luqman)
Allah kann im Paradies denen, die es wünschen, die Vergangenheit genauso zeigen, wie sie war
Wenn ein Diener Allahs im Paradies es wünscht, kann Allah ihm die Ereignisse aus dem irdischen Leben genauso zeigen, wie sie erlebt worden sind. Wenn zum Beispiel jemand im Paradies von Allah wünscht, den lebendigen Zustand seines toten Hundes, den Zustand seines Hauses vor dem Brand, die Titanic, bevor sie unterging, zu sehen, wird Allah ihm alles in seiner ganzen Lebhaftigkeit zeigen, die Fische, die sich um das Schiff herum befanden, während die Titanic auf dem Meer fuhr, werden wieder an der selben Stelle sein; die Passagiere der Titanic werden wieder über die gleichen Themen mit genau denselben Worten sprechen. Alte, große Zivilisationen können mit ihren prächtigen Werken und Reichtümern gesehen werden. Jemand, der auf die Zivilisation der Inkas neugierig ist, kann jede Periode dieser Zivilisation sehen, wann immer er wünscht. Da jedes Ereignis fortfährt, mit der gleichen Lebhaftigkeit in Allahs Gedächtnis ewig gelebt zu werden, kann jeder alles, worauf er neugierig ist, genauso sehen, wie es in der Vergangenheit war.

KEIN ERLEBTER MOMENT GEHT ALLAH VERLOREN

In einem Vers legt Allah dar, dass die Menschen im Paradies alles haben werden, was sie sich wünschen:
…Darin werdet ihr alles haben, was euere Seele begehrt. Und ihr werdet darin alles haben, wonach ihr verlangt. (Sure 41:31 – Fussilat)

DER MENSCH BETRACHTET JEDEN MOMENT SEINES LEBENS NACHEINANDER; GENAU WIE DIE SZENEN EINES FILMS, WENN SIE AUFTRETEN

Wenn die Menschen im Paradies wünschen, wird Allah ihnen jedes weltliche Bild und Ereignis zeigen, die sie fröhlich stimmen werden. Dies ist eine große Segnung, die Allah für seine würdigen Diener im Paradies vorbereitet hat.
Die Bedeutung dieses Themas für die Menschen
Dieses Thema ist für Menschen von großer Bedeutung. Denn alle Ereignisse, die wir innerhalb eines Tages erleben, jedes unserer Gespräche, die wir meistens am Abend vergessen haben, unser gesamtes Verhalten, jeder unserer Blicke, jeder Gedanke, der uns in den Sinn kommt, alles wird von Allah aufbewahrt.
Jemand, der mit seinem Freund lästert, erachtet dieses nicht für wichtig; er vergisst es sogar. Aber dieser Moment, als er lästerte, bleibt vor Allah ewig bestehen. Wenn jemand einen negativen Gedanken über Muslime hat, bleibt dieser Gedanke, der Moment, an dem er ihn gedacht hat, der Ausdruck auf seinem Gesicht und die Sätze, die er sich einfallen ließ, vor Allah für immer gegenwärtig. Die Opferbereitschaft eines Menschen, der seinen Freund sättigt, obwohl er selbst hungrig ist, der Umstand, sein Blick, seine Gedanken in diesem Moment werden auch von Allah ewig aufbewahrt, ohne verloren zu gehen. Die Moral einer Person, die eine Schwierigkeit um Allahs Wohlgefallen willen geduldig erträgt und zu jemandem auf milde Art redet, der sie belästigt, wird vor Allah ewig aufbewahrt. Und am Jüngsten Tag wird Allah jeden Menschen wegen seiner guten und schlechten Taten zur Rechenschaft ziehen. Alles, was die Menschen getan und dann vergessen haben, wird ihnen gegenüberstehen, ohne vergessen und geändert zu werden. Einige Menschen sind sogar überrascht, dass das Buch, das ihnen vorgelegt wird, sehr detailliert ist und sie sagen folgendes:
Und das Buch wird offengelegt, und du wirst die Sünder über seinen Inhalt in ängsten sehen. Und sie werden rufen: “Wehe uns! Was bedeutet dieses Buch! Es ließ weder die kleinste noch die größte (Sünde) unaufgeschrieben.” Und sie werden dort ihre Taten vorfinden, und keinem wird dein Herr Unrecht tun. (Sure 18:49 – al-Kahf)
Aus diesem Grund soll eine Person, die sich dieser Wirklichkeit bewusst ist, nie vergessen, dass ihre jede Tat und jeder ihrer Gedanken in Allahs Gedächtnis für immer aufbewahrt werden. Sie soll aufpassen und den Jüngsten Tag fürchten.

EIN PHYSIKER, DER DIE ZEITLOSIGKEIT UND EWIGKEIT ERKLÄRT
In einem Interview mit der Zeitschrift Discover weist der berühmte Physiker Julian Barbour, der Autor des Buches The End of Time [Das Ende der Zeit] darauf hin, dass die Themen, die wir in diesem Kapitel erwähnt haben, wissenschaftliche Tatsachen sind. Einige der Themen, die Barbour in dem Interview, das unter dem Titel “From Here to Eternity” (“Von Hier bis zur Ewigkeit”) veröffentlicht wurde, erklärt hat, und einige der Interpretationen von Tim Folger, dem Interviewer von Discover, sind folgende:
Seiner Ansicht nach wird dieser Moment und das was er umfasst – Barbour selbst, sein amerikanischer Besucher, die Erde und alles bis hin zu den entferntesten Galaxien – sich nie ändern. Es gibt keine Vergangenheit und keine Zukunft. In der Tat sind Zeit und Bewegung nichts anderes als Illusionen. In Barbours Universum existiert jeder Moment des Lebens jedes Individuums – seine Geburt, sein Tod und alles dazwischen – für immer. Barbour sagt folgendes: “Jeder Moment, den wir erleben, ist im wesentlichen ewig.”
Jede mögliche Konfiguration des Universums, die Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, existiert getrennt voneinander und ewig. Wir leben nicht in einem einzelnen Universum, das in der Zeit herumreist. Wir oder unterschiedliche Versionen von uns selbst befinden uns zu irgendwelcher Zeit innerhalb des Universums, das alles in sich fasst, auf vielen statischen und ewigen Tafeln gleichzeitig. Barbour nennt alle diese möglichen unbeweglichen Lebenskonfigurationen das “Jetzt.” Jedes “Jetzt” ist ein komplettes, selbständiges, zeitloses, unveränderliches Universum. Wir nehmen das “Jetzt” irrtümlich als flüchtig wahr, während alle Momente für immer fortbestehen. Da der Begriff “Universum” zu klein scheint, um alle möglichen “Jetzt” zu umfassen, prägte Barbour ein neues Wort dafür: Platonia. Dieser Name ehrt einen Philosophen der alten Griechen, der argumentierte, dass die Wirklichkeit aus den ewigen und unveränderlichen Gestalten besteht, obwohl die physische Welt, die wir durch unsere Sinne wahrnehmen, so scheint, als ob sie in konstant dahin fließt.
Er (Barbour) vergleicht seine Ansicht der Wirklichkeit mit einem Filmschnipsel Jede r Schnipsel erfasst die Grashalme, die Wolken im blauen Himmel, Julian Barbour, einen verblüfften Verfasser der Zeitschrift Discover, und entfernte Galaxien. Aber nichts bewegt oder ändert sich in irgendeinem der Filmschnipsel. Vergangenheit und Zukunft verschwinden nicht, nachdem sie passiert sind.
“Dies stimmt damit überein, sich an die wichtigen Momente Ihres Lebens zu erinnern” sagt Barbour. “Sie erinnern bestimmte Szenen sehr klar wie einen Schnappschuss. Ich erinnere mich sehr tragisch daran, ich musste einmal zu einem Mann gehen, der sich erschossen hatte. Ich habe noch heute keine Mühe, mich an den Mann zu erinnern, der blutbefleckt mit der Waffe in der Hand unten an der Treppe lag, als ich die Tür öffnete. Es ist wie eine Fotographie in mein Gedächtnis eingeprägt worden. Ich habe noch viele Erinnerungen, an die ich mich gleicherweise erinnere. Menschen haben starke visuelle Gedächtnisse. Wenn es kein Schnappschuss ist, könnten es einige Szenen eines Films sein, an die Sie sich erinnern. Vielleicht denken Sie an Ihre wichtigsten Erinnerungen. Aber Sie können an sie nicht in einer Sekunde denken. Sie sehen diese als Schnappschüsse im Auge Ihres Verstandes, nicht wahr? Diese Erinnerungen verblassen nicht. Sie scheinen keine Dauer zu haben. Sie sind dort wie die Seiten eines Buches. Sie können nicht fragen, wie viele Sekunden eine Seite dauert. Sie dauert keine Millisekunde und keine Sekunde; sie ist nur dort.”
Barbour erwartet ruhig die unvermeidlichen Einwände.
Bewegen wir uns dann nicht irgendwie von einem “Filmstreifen” in den anderen?
Nein. Es gibt keine Bewegung von einer statischen Anordnung des Universums in die andere. Einige Konfigurationen des Universums enthalten einfach die Erinnerungen, die das Jetzt bilden und als die Vergangenheit beschrieben werden, und Fragmente von Bewusstsein. Die Illusion der Bewegung tritt auf, weil die vielen geringfügig unterschiedlichen Versionen von uns – keine von denen bewegt sich – sich gleichzeitig zusammen mit ein bisschen unterschiedlich angeordneter Materie in diesen Universen befinden. Jede unserer Versionen sieht einen anderen Filmschnipsel – ein einzigartiges, bewegungsloses, ewiges “Jetzt”. “Meiner Meinung nach sind wir in zwei beliebigen, verschiedenen Momenten nie dieselben” sagt Barbour.
In der Pfarrkirche gleich neben Barbours Haus gibt es einige der seltensten Wandgemälde in England. Ein Gemälde, das um 1340 fertig gestellt wurde, stellt den Mord an Thomas à Becket, einem Erzbischof im 12. Jahrhundert dar, dessen Glaube zu dem von König Henry II im Widerspruch stand. Das Wandgemälde zeigt den Moment, als das Schwert eines Ritters Beckets Schädel spaltete. Blut spritzt aus der klaffenden Wunde. Wenn Barbours Theorie korrekt ist, dann existiert der Moment des Martyriums von Becket als ein ewiges “Jetzt” in irgendeiner Konfiguration des Universums wie unser eigener Tod auch. Aber in Barbours Kosmos ist unsere Todesstunde nicht ein Ende; sondern einer der zahllosen Bestandteile einer unbegreiflichen riesigen, gefrorenen Struktur. Alle Erfahrungen, die wir erlebt haben und erleben werden, werden auf immer unveränderlich bleiben, genau wie kristallene Facetten in einem ewig existierenden, unsterblichen Edelstein. Unsere Freunde, unsere Eltern, unsere Kinder werden immer da sein.
“Wir sind immer in einem Jetzt eingeschlossen,” sagt Barbour. Wir gehen nicht durch die Zeit. Jeder neue Augenblick ein völlig anderes Universum. In all diesen Universen bewegt sich oder altert überhaupt nichts, weil in keinem davon Zeit existiert. Ein Universum bewahrt den Zustand auf, als Sie als Baby das Gesicht Ihrer Mutter anstarrten. Im unbeweglichen Bild dieses Universums bewegen Sie sich nirgendwohin. In einem anderen Universum jedoch werden Sie für immer gerade einen Atemzug vom Tod entfernt sein. Alle diese Universen und noch viel mehr davon existieren nebeneinander in einem unvorstellbar großen und abwechslungsreichen Kosmos. So gibt es nicht ein unsterbliches “Sie”, sondern viele: das Kleinkind, der coole Dandy, der Greis. Die Tragödie ist – oder vielleicht ist es ein Segen -, dass keine von diesen Versionen seine eigene Unsterblichkeit erkennt. Würden Sie wirklich in Ewigkeit 14 Jahre alt sein wollen und warten, bis der Unterricht der Sozialkunde beendet wird? (Tim Folger “From Here to Eternity”, Discover, Dezember 2000, S.54)
Diese Erklärungen von Julian Barbour veranschaulichen sehr gut den wissenschaftlichen Aspekt dessen, was in diesem Kapitel erklärt wurde. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet entsprechen Barbours Theorien dem Thema dieses Buches. Barbour erklärt, dass nichts, was in der Vergangenheit geschehen ist, verloren geht und dass jedes Ereignis in diesem Moment wie eine Reihe von Filmsequenzen präsent ist. Zweifellos sind die Vergangenheit und die Zukunft in Allahs Gedächtnis immer vorhanden. Aber sie sind nicht wie eine Reihe von Filmsequenzen, sondern sie werden in diesem Moment tatsächlich erlebt. Prophet Josephs Brüder werfen ihn genau in diesem Moment in die Tiefe des Brunnens. Die ägyptischen Pyramiden werden wirklich in diesem Moment gebaut und die Arbeiter setzen die Steine an diesem Moment ein. Genauso wie wir gerade jetzt diesen Moment wirklich und ganz lebhaft empfinden, werden von Allah die ganze Vergangenheit und Zukunft wieder innerhalb dieses Moments tatsächlich erlebt.
Diese Tatsachen, die heute auch durch die wissenschaftlichen Entwicklungen der modernen Physik nachgewiesen worden sind, stimmen mit den Versen des Quran überein, in denen die Zeitlosigkeit und die Ewigkeit erwähnt werden. Dieses große Wunder von Allahs Schöpfung ist ein Zeichen Allahs ewiger Macht und Erhabenheit; es ist eine Realität, die sorgfältig betrachtet und verstanden werden sollte.




Julian Barbour sagt, dass keiner der Momente einer Person verloren geht und dass jeder von ihnen fortfährt, zusammen mit anderen für immer zu existieren. Der Platz, an dem das Leben des Menschen fortfährt ewig gelebt zu werden, ist Allahs Gedächtnis

Die unvermeidliche Wahrheit

DIE WAHRHEIT IST UNVERMEIDLICH
Eine steigende Anzahl Menschen, akzeptiert diese Wahrheit, die ihre Lebensauffassung fundamental ändert und sie zwingt, an Gott zu glauben. Diese Wahrheit ermöglicht es ihnen alle guten moralischen Eigenschaften des Qurans freiwillig und mit ganzem Herzen anzunehmen, sich von bösartigen Gefühlen wie Ehrgeiz, Rivalität, Hass, Feindschaft und Arroganz zu befreien und diese durch Liebe, Barmherzigkeit und Bescheidenheit zu ersetzen. Die, die sagen ”Wie konnte ich eine solch offenbare und einfache Tatsache bis heute nicht verstehen”, sind in der Majorität.
Es ist sehr wichtig, dass jedermann, der dieses große Geheimnis versteht, dieses auch den anderen Menschen mitteilt. Es ermöglicht den Menschen, andere Themen wie das Schicksal, die Zeitlosigkeit, den Tod, die Auferstehung, das Paradies und die Hölle einfacher zu verstehen. Jeder, der sich dafür verantwortlich fühlt, wird sowohl andere Menschen dazu befähigen, den Quran besser und noch leichter zu verstehen, als auch sie veranlassen, sich schnell zum richtigen Weg zu wenden.
Allah hat den Menschen die frohe Botschaft gegeben, dass wenn Ihm keine Götter zur Seite gestellt werden, wenn sie nur Ihn anbeten, und wenn sie als die einzige Kraft Allah annehmen, die Moral des Quran auf der Welt vorherrschen wird:
Verheißen hat Allah denen von euch, die glauben und das Rechte tun, dass Er sie zu Statthaltern (Seiner Macht) auf Erden einsetzen wird, so wie Er es denen, die vor ihnen lebten, gewährte; und dass Er ihnen ihre Religion, so wie Er sie für sie gutgeheißen hat, befestigen will; und dass Er ihre Furcht in Sicherheit verwandeln will. “Sie sollen Mir alleine dienen; Sie sollen Mir nichts an die Seite stellen” Und wer danach ungläubig ist, das sind die Missetäter. (Sure 24:55 – an-Nur)
Das wichtigste, das gemieden werden muss, damit die Moral des Quran auf der Welt vorherrschen kann, ist die Vielgötterei, das heißt zu glauben, dass es andere Kräfte außer Allah gibt. Die Themen, die in diesem Buch erwähnt werden, sollten vollständig verstanden werden, um den götzendienerischen Glauben loszuwerden, dass die Materie eine absolute Existenz außer Allah hat, dass Er die Materie nur wie eine Illusion umfassen kann, dass Er eine abstrakte Existenz wie der Verstand ist, dass man glaubt, dass die Menschen eine andere Kraft als Allah haben und dass sie ihre Schicksale ändern können, wenn sie wollen, und dass Zeit und Raum absolut sind. Aus diesem Grund sollen diejenigen, die fragen, warum dieses Thema so wichtig ist und warum wir es bei jeder Gelegenheit in jedem unserer Bücher erwähnen, über diese Tatsache noch gründlicher nachdenken.
Die einzige absolute Existenz ist Allah. Allah sieht und hört uns, während wir dieses Buch lesen, oder darüber nachdenken, und Er weiß die Geheimnisse unseres Inneren. Allah umfasst uns von jeder Richtung. Allah existiert absolut. Wir sind es, Seine Diener, die abstrakt sind. Diese Tatsache ist eine Quelle der großen Freude und des Glücks für alle Menschen, die Allah lieben und begreifen, dass sie Seine Diener sind. Es ist nicht richtig, dass Muslime diese Tatsache ignorieren. Die Muslime sollten die Wahrheit aus ganzem Herzen annehmen. Sie sollten sich vor Allah nicht erniedrigen, indem sie diese offensichtliche Wahrheit übersehen. Allah warnt Seine gläubigen Diener im Quran wie folgt:
Und kleidet nicht die Wahrheit in Lüge, und verbergt nicht die Wahrheit wider Wissen. (Sure 2:42 – al-Baqara)
Wir sollten nicht vergessen, dass die Offenbarung dieser Wahrheit den Niedergang des Materialismus veranlassen wird, und dass dadurch auf der ganzen Welt Spiritualität und Moral vorherrschen werden. Die materialistischen Kreise, die diese Tatsache bemerkt haben, fühlen sich wegen der Erklärung dieser Wirklichkeit ganz unbehaglich. Sie versuchen mit den lächerlichsten und hoffnungslosesten Wegen zu verhindern, dass diese Tatsache, durch die ihr Philosophiegebäude völlig einstürzen wird, den Menschen erklärt wird. Die wahre Natur der Materie ist heute in der allerklarsten Weise aufgedeckt worden. Diese Wahrheit, die in der Vergangenheit für eine Philosophie gehalten wurde, und die durch wissenschaftliche Entdeckungen nicht untermauert werden konnte, ist im 20. Jahrhundert von der Wissenschaft auf die Tagesordnung gebracht worden. Frederick Vester, der diese Wahrheit begriffen hat, sagt folgendes über dieses Thema:
Die Äußerungen einiger Wissenschaftler, die vorschlagen, dass “der Mensch eine Bildgestalt sei, dass alles, was erlebt wird, vorübergehend und illusorisch sei und dass dieses Universum ein Schatten sei”, scheinen heutzutage durch die Wissenschaft bestätigt worden zu sein.57
Die Bemühungen der Materialisten sind vergeblich. Dieses Wissen kann durch die heutige Technologie überall auf der Erde in einer sehr kurzen Zeitspanne mitgeteilt werden, und diese Tatsache, die seit Hunderten von Jahren vor den Augen der Menschheit verheimlicht wird, ist heute überall auf der Erde, von Guyana bis England, von Amerika bis Indonesien, von Singapur bis Schweden und sogar in den Hochburgen des Materialismus, in Russland, China, Kuba und Albanian gelesen, gelernt und verstanden worden. Der Materialismus fällt in sich zusammen im größten Kollaps der Geschichte. Es ist heute begriffen worden, dass wir das Original der Materie nie erreichen können. Wir können nie wissen, ob die Materie außerhalb unseres Gehirns existiert oder nicht. Es ist überaus unlogisch, eine Philosophie auf etwas aufzubauen, das niemand überhaupt sehen kann. Wenn wir nie mit der tatsächlichen Materie konfrontiert sind und sein können, dann kann es auch keinen Materialismus geben.
Es ist eine wichtige Entwicklung, dass diese Tatsache, auf die in einigen Versen des Quran hingewiesen wird; und die es erleichtert, viele andere Themen zu verstehen, eine abergläubische und antireligiöse Philosophie wie den Materialismus beerdigt. Das ist eine grundlegende Entwicklung. Allah teilt im Quran mit:
Aber nein! Wir schleudern die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert sie, und siehe, da vergeht sie. Wehe aber euch wegen dessen, was ihr über (Ihn) aussagt. (Sure 21:18 – al-Anbiya)
Wie in diesem Vers aufgedeckt wird, wurde die Materie, das Rückgrat des Materialismus, der ein abergläubischer Glauben ist, vernichtet, als die Wahrheit wider ihn geschleudert wurde. Ein Materialist hat keine Möglichkeit, diese Tatsache zu verhindern oder sie zu ändern.
57 Frederick Vester, Denken, Lernen, Vergessen, vga, 1978, S. 6

Was sagt die wissenschaftliche Gemeinschaft?

In der Welt der Wissenschaft ist die Tatsache, dass Materie tatsächlich eine Wahrnehmung ist, durch Experimente und theoretische Studien verifiziert worden. Hier sind einige dieser Beweise:
DAS HOLOGRAPHISCHE UNIVERSUM
Michael Talbot, Autor des Buches Das holographische Universum legt dar, dass das Universum aus einer Reihe von übereinander liegenden Zuständen besteht, und fügt hinzu, dass der menschliche Verstand mit diesem Hologramm interagiert.
In seinem Buch führt Talbot aus, dass die nicht nur seine eigene Auffassung ist und er nennt die Namen anderer Wissenschaftler, die seine Ansicht teilen. Um dieses Buch zu kaufen, klicken Sie hier:>>> Klick

DIE ENTSTEHUNG EINER WAHRNEHMUNG OHNE STIMULIERENDE REIZE
Michael Posner, Psychologe und Marcus Raichle, Neurologe an der Washington-Universität geben folgende Erklärung, wie das Bild und andere Wahrnehmungen entstehen, obwohl keine von außen kommenden Reize vorhanden sind:
Öffnen Sie Ihre Augen, und eine Aussicht füllt Ihr Bild ganz mühelos; schließen Sie Ihre Augen und denken Sie an diese Aussicht. Auf diese Weise können Sie sich an ein Bild dieser Aussicht erinnern, es ist sicherlich nicht so lebhaft oder vollständig wie die Aussicht, die Sie mit Ihren Augen gesehen haben. Aber dieses Bild besitzt noch die grundlegenden Eigenschaften der Aussicht. In beiden Fällen entsteht im Gehirn ein Bild der Aussicht. Das Bild, das sich durch die visuellen Erfahrungen bildet, wird Wahrnehmung genannt, weil es von dem illusionären Bild unterschieden werden kann. Die Wahrnehmung entsteht als Produkt des Lichtes, das auf die Retina fällt, die dann die Impulse sendet, die im Gehirn verarbeitet werden. Aber wie können wir ein Bild hervorrufen, ohne dass das Licht auf die Retina fällt, um diese Impulse zu senden?
Michael I. Posner, Marcus E .Raichle, Images of Mind, Scientific American
Library, New York 1999, S. 88

IN UNSEREM GEHIRN EXISTIEREN WEDER TÖNE NOCH GESCHMACK ODER BILDER
In ihrem Buch, “Mapping The Mind“, erklärt Rita Carter die Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, wie folgt:
Jedes Sinnesorgan ist dafür ausgelegt, sich mit einer bestimmten Art von Reizen zu befassen: diese Reize sind Moleküle, Wellen oder Vibrationen. Doch trotz ihrer wundervollen Vielfalt erledigt jedes Organ im wesentlichen die gleiche Arbeit: es übersetzt eine bestimmte Art von Reizen in elektrische Impulse. Ein Impuls ist nur ein Impuls. Er ist keine rote Farbe oder die ersten Noten von Beethovens 5. Symphonie, sondern eine elektrische Energie. In der Tat wandeln die Sinnesorgane alle eintreffenden Reize in elektrische Impulse um.
Alle sensorischen Reize treten in das Gehirn in mehr oder weniger undifferenzierter Form als ein Strom elektrischer Impulse ein. Dies ist alles, was geschieht. Es gibt keine Retransformation, die in irgendeinem Stadium des Prozesses diese elektrische Aktivität in Lichtwellen oder Moleküle zurückverwandeln würde. Was den einen Impulsstrom in Bilder und einen anderen in Geruch umwandelt, hängt viel mehr davon ab, welche Neuronen gereizt werden. (Rita Carter, Mapping The Mind, University of California Press, London, 1999, S. 107)
DR. LIJUN WANG’S EXPERIMENT, DAS DIE WISSENSCHAFTLICHE WELT IN ERSTAUNEN VERSETZTE
Dr. Lijun Wang und seine Kollegen vom NEC Forschungsinstitut an der Princeton Universität schockierten die wissenschaftliche Gemeinschaft, als sie die Resultate eines Experiments veröffentlichten, das sie im Jahr 2000 durchgeführt hatten.
Das Team schickte einen Lichtimpuls durch eine Cäsium-Kammer, die speziell für dieses Experiment entwickelt worden war.
In der Studie, für die ein extrem genaues Zeitmessungs-Instrumentarium benutzt wurde, kehrte der Lichtimpuls seine Phase um, bevor er in die Cäsiumkammer eintrat. Man stellte fest, dass der Lichtimpuls in demselben Moment in die Cäsiumkammer eintrat, nachdem er bereits wieder aus ihr ausgetreten war und bereits 20 Meter zurückgelegt hatte.
Mit anderen Worten, Wang stellte fest, dass der Lichtimpuls sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten befindet, er hat die Cäsiumkammer bereits verlassen, bevor er in sie eintritt.
Raymond Chiao, Physikprofessor an der Universität von Berkeley, der das Experiment überprüft hat, stellt fest, dass die Resultate dieses Experiments eine unglaubliche Situation aufzeigen. Nach den Gesetzen der Physik kann nichts schneller als mit einer Maximalgeschwindigkeit von 300000 Kilometern pro Sekunde übertragen werden.
Für den Fall, dass die Ergebnisse von Wang’s Experiment bestätigt werden sollten, ist ein physikalisches Naturgesetz, das Gesetz von Ursache und Wirkung, das zusammengefasst werden kann mit “Die Ursache kommt vor der Wirkung”, nicht mehr länger gültig, denn bei diesem Experiment kommt die Wirkung vor der Ursache. Dies macht es möglich, dass ein Prozess endet, bevor er begonnen hat. Die Ergebnisse dieses Experiments machen klar, dass unser gewohntes Zeitverständnis revidiert werden muss.
Dr. Günter Nimtz von der Kölner Universität stellt fest, dass dies die Bestätigung dafür ist, dass “Information” schneller als das Licht übertragen werden kann. Für nähere Informationen zu diesem Experiment klicken Sie hier>>> Klick